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Ein dicker Bauch bringt das Herz aus dem Takt

ATLANTA (gvg). Adipöse Patienten mit paroxysmalem Vorhofflimmern haben ein höheres Risiko, ein permanentes Vorhofflimmern zu entwickeln als normalgewichtige Menschen. Auch die Sterblichkeit dieser Menschen ist höher.

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Diese Korrelationen deckte eine große retrospektive kanadische Kohortenstudie im Einzugsgebiet der US-Mayo Clinic auf. Die Studie wurde auf dem Kongreß des American College of Cardiology in Atlanta vorgestellt.

Ausgewertet wurden die medizinischen Unterlagen von 3248 Patienten, bei denen zwischen 1980 und 2000 ein episodenhaftes - paroxysmales - Vorhofflimmern aufgefallen war. Die Episode mußte in einem Zwölfkanal-EKG eindeutig dokumentiert sein. Das durchschnittliche Alter der Patienten betrug 72 Jahre. Der Body Mass Index (BMI) mußte bei mindestens 18 liegen.

Bei 557 dieser Patienten (17 Prozent der Kohorte) wurde aus dem paroxysmalen Vorhofflimmern im Untersuchungszeitraum ein permanentes Vorhofflimmern. Die Wissenschaftler konnten nun einen starken Zusammenhang zwischen dem BMI und der Neigung zur Ausbildung von permanentem Vorhofflimmern nachweisen: Unabhängig von Alter, Geschlecht und Grunderkrankung stieg das Risiko mit jedem BMI-Punkt um knapp vier Prozent.

Für die Gruppe der sehr übergewichtigen Menschen mit einem BMI über 30 bedeutet das zum Beispiel ein um knapp 50 Prozent höheres Risiko, ein permanentes Vorhofflimmern zu entwickeln, eine statistisch hoch signifikante Korrelation (p<0,0001). Bei extrem adipösen Menschen mit einem BMI über 35 war das Risiko um 70 Prozent erhöht.

Bei der Sterblichkeit, die den sekundären Endpunkt der Studie bildete, schnitten diejenigen, die ein permanentes Vorhofflimmern entwickelten, erwartungsgemäß schlechter ab als jene, bei denen es beim paroxysmalen Vorhofflimmern blieb. Die Gesamtmortalität lag bei etwa 60 oder 45 Prozent für die beiden Gruppen über einen Zeitraum von zehn Jahren.

Die Studie lege den Schluß nahe, daß die zunehmende Fettleibigkeit der Bevölkerung ein wichtiger Grund für die Zunahme der Prävalenz an Vorhofflimmern sein könnte, so die Wissenschaftler in ihrer Interpretation der Daten.

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