Gebärmutter-Krebs

"Eine Innovation mit großem Effekt auf die Volksgesundheit"

Ehrung für Gardasil®: Die Vakzine hat den Prix Galien International 2008 bekommen.

Von Dr. Marlinde Lehmann Veröffentlicht: 03.11.2008, 05:00 Uhr
"Eine Innovation mit großem Effekt auf die Volksgesundheit"

Präsentieren den Galenus-Gewinner 2008: (v.l.) Jury-Präsident Professor Erland Erdmann, Florence Mehl, Generalsekretärin des Prix Galien International, und Dr. Hans Joachim Hutt, Director Scientific & Regulatory, Sanofi Pasteur MSD. Am Rednerpult: Wolfgang van den Bergh, Chefredakteur der "Ärzte Zeitung".

© Foto: sbra

Eine internationale Jury hat es einstimmig beschlossen: Gardasil® - die vor zwei Jahren in Deutschland eingeführte Vakzine zur Prävention von Vorstufen maligner Läsionen im Genitalbereich, Zervixkarzinomen und äußeren Genitalwarzen - ist Träger des 10. Prix Galien International.

Die Substanz erfüllt dabei nicht nur die Kriterien eines innovativen Moleküls mit nachgewiesener Wirksamkeit, sagte Professor Erland Erdmann, Kardiologe von der Universität Köln und Präsident der internationalen Jury, in der Pressekonferenz zur Preisverleihung in Berlin. Sie habe darüber hinaus auch einen erwünschten präventiven Effekt und eine wesentliche Bedeutung für die Volksgesundheit. Erdmann: "Was ist wesentlicher für die Volksgesundheit, als bei Frauen das Zervix-Karzinom zu verhindern?"

"Mit Gardasil® haben wir einen neuen Typ von Impfstoff", so Dr. Hans Joachim Hutt, Director Scientific & Regulatory beim Unternehmen Sanofi Pasteur MSD. Denn die Vakzine habe ihre Wirksamkeit nicht nur in Immunogenitäts-Tests belegt, sondern auch in Studien mit klinischen Endpunkten - gerade wie dem Verhindern therapiebedürftiger Krebsvorstufen. Bisher hätten sich in Deutschland bereits etwa 1,3 Millionen Frauen und Mädchen mit der Vakzine impfen lassen, berichtete Hutt, und er appellierte, für einen optimalen Nutzen der Vakzine darauf zu achten, dass die komplette Serie mit drei Impfungen erfolgt.

Professor Magnus von Knebel Doeberitz von der Universität Heidelberg wies darauf hin, dass infolge des positiven Effekts auf die Häufigkeit des Auftretens von Zervixkarzinom-Vorstufen auch mit einer drastischen Senkung der Zervix-Ca-Mortalität zu rechnen sei - ebenso damit, dass es weniger fraglich positive PAP-Tests zu klären gebe. Mit Gardasil® sei somit auch "ein Hebel entwickelt worden", der auch ökonomische Aspekte betreffe.

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