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Endomikroskopie ermöglicht gezielte Biopsien

DÜSSELDORF (mal). Endoskopieren und gleichzeitig Mikroskopieren - das macht ein neues Endoskopie-System des Unternehmens Pentax möglich. Vor allem bei Patienten mit Colitis ulcerosa und Barrett-Ösophagus sowie zur Früherkennung von Kolonkarzinom allgemein hat sich die neue Technik der Endomikroskopie in Studien schon bewährt. Biopsien für die histologische Untersuchung können so gezielter als bisher entnommen werden.

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Für die Endomikroskopie wird ein Endoskop mit integriertem Mikroskop benutzt. Gearbeitet wird nach der Fluoreszenz-Methode.

Dafür erhält der Patient zunächst, nachdem das Endoskop in Ösophagus oder im Dickdarm plaziert ist, intravenös fünf Milliliter des Kontrastmittels Fluorescein. "Nach 20 Sekunden sehen wir das erste Signal, nach zwei Minuten ist es komplett da", berichtet Dr. Ralf Kießlich, der an der Universitätsklinik in Mainz mit der Endomikroskopie schon Erfahrung gesammelt hat. Dann wird der untersuchte Darmabschnitt mit niedrigenergetischem Laserlicht bestrahlt.

"Das von einem bestimmten Punkt reflektierte Licht wird in seiner Intensität gemessen, und daraus wird ein Graustufenbild errechnet", erklärt Kießlich, "so bekommt man eine punktgenaue Auflösung, es entsteht ein optischer Transversalschnitt der Mukosa." Die Eindringtiefe des Systems beträgt 250 Mikrometer. So können alle Strukturen der Mukosa dargestellt werden.

Die Endomikroskopie ist bisher weltweit schon bei etwa 200 Patienten angewandt worden, und zwar zur Früherkennung von Karzinomen, auch bei Colitis ulcerosa oder bekanntem Barrett-Ösophagus.

  • Beim Barrett-Ösophagus liegen nur kleinere, umschriebene Läsionen vor. Sie können alle mit der Endomikroskopie kontrolliert werden.
  • Bei Colitis ulcerosa und allgemein zur Frühdiagnostik von Kolonkarzinomen ist dafür die zu kontrollierende Oberfläche zu groß. Welche Darmbereiche mit der Endomikroskopie genauer untersucht werden sollen, wird deshalb durch zusätzliche Anwendung der Chromoendoskopie entschieden.

Nach bisherigen, auch eigenen Untersuchungen habe die Endomikroskopie eine Sensitivität und Spezifität für Neoplasien von 97 und 99 Prozent. Damit könnten Diagnosen also ähnlich präzise gestellt werden wie bei einer Biopsie mit nachfolgender histologischer Untersuchung, so Kießlich. Vorteil der Endomikroskopie: Durch die vorherige mikroskopische Inspektion bestimmter Ösophagus- oder Darmwandanteile können die Biopsien gezielter vorgenommen werden. So werden die Treffsicherheit und Kosteneffektivität erhöht. "Wir nehmen dann nur in auffälligen Bereichen Biopsien und müssen nicht mehr ungezielte Massen-Biopsien machen", betont Kießlich.

Bisher wird die Endomikroskopie (konfokale Laserendomikroskopie) nur in Kombination mit Biopsie und Histologie angewandt. "Sie ersetzt noch nicht die Histologie", betont Kießlich, "Dazu brauchen wir sicherlich noch mehr Studien. Aber sie hat das Potential dazu. Je mehr Bestätigungen wir finden, daß die Methode genau der Histologie entspricht wie es die ersten Studien zeigen, umso mehr werden wir unsere Biopsien reduzieren und vielleicht in Zukunft auch ganz aufgeben können."

In fünf Jahren, so schätzt Kießlich, werde die Endomikroskopie höchstwahrscheinlich die Histologie ersetzen. Dann könne auch im selben Untersuchungsgang eine endoskopische Intervention, etwa eine Resektion oder eine Biopsie erfolgen.

Ein Indikationsbereich könnte dann auch die Diagnostik von Helicobacter pylori-Infektionen sein. "Mit der Endomikroskopie kann man Helicobacter pylori eindeutig identifizieren", sagt Kießlich.

Das Endomikroskopie-System, über das Pentax jetzt auch bei der Medica in Düsseldorf informiert, soll nach Angaben des Unternehmens etwa ab April 2005 auf dem europäischen Markt eingeführt werden.

Weitere Infos: Pentax Europe, GmbH, Julius-Vosseler-Straße 104, 22527 Hamburg, Tel.: 040 / 56192-0, Fax: -5604213, Internet: www.pentax-endoscopy.com, E-Mail: walzer.petra@pentax.de

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