Fußball-WM

Englands Elf setzt auf Chemoprophylaxe

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RIO DE JANEIRO. Englands Fußball-Nationalteam setzt vor seiner Reise zum WM-Auftakt nach Manaus auf die Chemoprophylaxe gegen Malaria - und nimmt dafür auch mögliche Nebenwirkungen wie Abdominalschmerzen, Kopfschmerzen oder Übelkeit in Kauf.

Die 23 Spieler und das 49-köpfige Team im Hintergrund schluckten am Dienstag auf Anraten der Teamärzte eine Fixkombi mit den Wirkstoffen Atovaquon und Proguanil (hierzulande als Malarone® Filmtabletten erhältlich), bevor es 48 Stunden später zum ersten Spiel gegen Italien ins Amazonas-Gebiet geht.

"Ich muss mich an die medizinische Meinung halten. Wenn die Ärzte mir sagen, dass die Spieler Malaria-Tabletten nehmen müssen, wenn wir nach Manaus gehen, egal ob es Nebeneffekte hat oder nicht, was soll ich machen?", sagte Nationaltrainer Roy Hodgson im WM-Quartier in Rio de Janeiro.

Hodgson: "Ich kann mich nicht umdrehen und sagen: Wir nehmen keine Malaria-Tabletten. Am Ende ist es besser, Magenkrämpfe zu haben oder was immer ein Spieler in zehn Fällen bekommt, als an Malaria zu erkranken." Der Verband hatte die Prophylaxe gegen Schizonten-Infektionen mit dem Londoner Universitätsinstitut für Tropenmedizin abgestimmt. (dpa)

Lesen Sie dazu auch: WM in Brasilien: Fußball- statt Dengue-Fieber!

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Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 11.06.201422:09 Uhr

Na Super! - Olé, olé, olé!

Englands Fußball-Nationalteam mit 23 Spielern und seine 49-köpfige Begleit-Entourage nimmt seit gestern eine tägliche Fixkombi von Atovaquon/Proguanil Tabletten (Malarone®) als Malaria-Prophylaxe für die Dauer seiner Teilnahme an der Fußball-WM in Brasilien ein - mit einem "Nachlauf" von 7 Tagen bei der Rückkehr nach GB.

Die Auflistung der Nebenwirkungen ist in der hier von der Ärzte Zeitung wiedergegebenen dpa-Meldung unvollständig:
• ...Allergische Reaktionen...
• Bauchschmerzen
• Durchfall
• Übelkeit und Erbrechen
• Appetitlosigkeit
• Mundschleimhautentzündung
• Geschwüre im Mund
• Entzündung der Blutgefäße (Vaskulitis)...als rote oder violette, erhabene Flecken auf der Haut...
• Gelbe Verfärbung von Haut und Augen (Hepatitis und Cholestase)
• Husten
• Fieber
• Kopfschmerzen
• Schwindel
• Schlaflosigkeit
• Seltsame Träume einschließlich Albträume oder...Halluzinationen
• Angstgefühl, Depression, Panikattacken und Weinen
• Herzrasen (Tachykardie) oder Herzklopfen
• Haarausfall
...bei Blutuntersuchungen...:
• Eine...Anämie, was Müdigkeit, Kopfschmerzen und Kurzatmigkeit hervorrufen kann.
• Eine...Neutropenie, was ein erhöhtes Infektionsrisiko hervorrufen kann.
• Eine zu geringe Anzahl an Blutplättchen (Zellen, die für die Blutgerinnung benötigt werden) bei Personen mit schweren Nierenproblemen, was schneller als normal zu Blutungen oder Blutergüssen führen kann und Nasenbluten hervorrufen kann.
• Erhöhte Amylasewerte...
• Niedrige Natriumspiegel im Blut (Hyponatriämie).
• Erhöhte Leberenzymwerte.
[Fachinformationen gekürzt]

Jetzt könnten eingefleischte Fußballfans einwenden, "voll normal, ey!" und darauf verweisen, dass eine Reihe von Nebenwirkungen Fußball-Alltag sind:
• Allergische Reaktionen auf Fehlentscheidungen von Schieds-/Linienrichtern
• Bauchschmerzen nach Volleyschuss ins "Gekröse"
• Durchfall, Übelkeit, Erbrechen, Appetitlosigkeit vor Erregung/Aufregung
• Kopfschmerzen, Schwindel, Schlaflosigkeit nach Kopfballduellen
• Albträume bei Abwehrfehlern
• Halluzinationen bei Fehlpässen und Schüssen am Tor vorbei
• Angstgefühl, Depression bei verbalen/pyrotechnischen Publikumsattacken
• Panikattacken, Weinen bei "Verlust"-Ängsten oder Trainerschelte
• Tachykardie/Herzklopfen bei wettkampfbedingten Überanstrengungen
• Haarausfall bei Ballverlustängsten.

Doch zurück zur Malariaprophylaxe: Wäre nicht das besser verträgliche, nebenwirkungsärmere, Leistungs-erhaltende, gute alte, generisch-billige Doxycyclin 100 mg tgl. als Tablette wesentlich besser gewesen?

Zu dumm, hab'' ich doch glatt vergessen dass der Pharma-Weltkonzern GlaxoSmithKline® (GSK) beim teureren Malarone mit Tagestherapiekosten (TTK) von 5,70 Euro aufwartet, während die TTK bei Doxycyclin 100 mg nur 0,34 Euro betragen (Quelle: AVP/Deutschland nach "Rote Liste®". 12 Tab. OP Malarone 250/100 mg von GSK® vs. 50 Tab. OP Doxycyclin 100 mg von 1A® Pharma)

Malarone® ist in den TTK rund 17-mal teurer als das vergleichbar wirksame Doxycyclin 100 mg. Tropen- und Truppenmediziner der Deutschen Bundeswehr setzen für die stationierten Verbände in Malaria-Hochrisiko-Gebieten z. B. in Ruanda und dem Südsudan in Zentralafrika bzw. im Rahmen aller anderen Risiko-Einsätze (ISAF, EUFOR DR-KONGO, UNMISS, EUTM SOMALIA, ATALANTA) individuell abgestuft Lariam®- oder Doxycyclin-Prophylaxe nebst flankierenden Maßnahmen (Repellents, Moskitonetze und Insektenfallen) ein: Kein einziger Malariafall seit 2006!

Mf+kG, Dr. med. Thoms G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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