Immuntherapie

Erfolge mit CAR-T-Zellen

Die Vakzinierung mit Peptiden hat sich beim Melanom als Misserfolg herausgestellt. Andere immuntherapeutische Strategien hingegen konnten überzeugen.

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BERLIN. Seit Jahren setzen Onkologen große Hoffnungen in immuntherapeutische Strategien. Doch nicht jede hat zum Erfolg geführt.

Als ein Beispiel für einen Misserfolg nannte der Dermatologe Professor Claus Garbe von der Universität Tübingen beim 32. Deutschen Krebskongress in Berlin die Vakzinierung mit Peptiden.

Hierzu habe es in den vergangenen drei Jahrzehnten die meisten Studien gegeben. In manchen Studien zum Melanom, deren Ergebnisse nicht veröffentlicht worden seien, war die Prognose in der Gruppe der Geimpften schlechter als in der Vergleichsgruppe ohne Impfung. "Wir dachten nicht, dass so etwas überhaupt möglich ist", so Garbe.

Kombi als Option?

Die bisherigen Ergebnisse hätten gezeigt, dass die Peptidvakzinierung mit tumorspezifischen Antigenen nicht so überzeugend ist und eher schaden kann. Immunisierung und Toleranzinduktion seien noch nicht ausreichend verstanden.

Eine Option, die verstärkt geprüft werden soll, ist die Kombination einer Vakzinierung mit Checkpoint-Hemmern. Dazu gehört zum Beispiel der monoklonale Antikörper Ipilimumab.

Für Aufsehen gesorgt haben erste kleine Studien mit T-Zellen, deren Rezeptor genetisch so verändert worden ist, dass er leukämiespezifische Antigene erkennt, zum Beispiel bei Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie.

Solche CAR-T-Zellen (chimeric antigen receptor) haben nach Reinfusion bei einigen Patienten dramatische Reduktionen der Leukämiezellen bewirkt.

CAR auch für NK-Zellen

Das Prinzip, den Rezeptor genetisch so zu verändern, dass er Tumorzellen spezifisch erkennt, wird inzwischen auch bei natürlichen Killerzellen (NK-Zellen) erforscht, die Teil des angeborenen Immunsystems sind. Sie tragen sowohl hemmende als auch aktivierende Rezeptoren auf ihrer Oberfläche.

Solche CAR-Moleküle, von denen es bereits Entwicklungen der dritten Generation gibt, werden nun auch für NK-Zellen entwickelt, wie Professor Winfried Wels vom Georg-Speyer-Haus in Frankfurt am Main beim Kongress berichtete.

Vorteil sei unter anderem ihr hohes zytotoxisches Potenzial. Nachteil sei, dass sie sich nicht so leicht wie T-Zellen verändern lassen und ihre Lebensspanne geringer sei. Inzwischen hat seine Arbeitsgruppe ErbB2-spezifische NK-92/5.28.z-Zellen hergestellt, deren Wirksamkeit gegen Krebszellen in einer Studie mit Patienten, die an einem Glioblastom erkrankt sind, geprüft werden soll.

Wels ist optimistisch, dass noch in diesem Sommer die Studie beginnen kann.Professor Thomas Blankenstein vom Max-Delbrück-Zentrum für Molekulare Medizin in Berlin stellte schließlich fest, dass es "traurig" sei, dass auf dem Krebskongress eine Veranstaltung "Immuntherapie für den Nicht-Immunologen" angeboten werden müsse, und beklagte, dass Immunologie immer noch ein Orchideenfach sei.

Darüber hinaus betonte er, dass die heutzutage von der Wissenschaftspolitik geforderte zielgerichtete Forschung nicht sinnvoll sei.

Er erinnerte daran, dass die Entwicklung der inzwischen vielfach auch therapeutisch genutzten monoklonalen Antikörper auf der Grundlage der Forschung von Georges Köhler und César Milstein beruht, die eben nicht zielgerichtet war. Er plädiert zudem dafür, die Zelltherapiestudien in Deutschland zu bündeln. (ple)

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