Direkt zum Inhaltsbereich

Erfolgreiche Thromboseprophylaxe mit Rivaroxaban

Erfolg mit Rivaroxaban bei tiefer Beinvenenthrombose: Der Faktor-Xa-Hemmer erweist sich der Standardtherapie als ebenbürtig.

Veröffentlicht:

STOCKHOLM (ob). Fast hätte es zum Beweis einer überlegenen Wirksamkeit gereicht. Doch auch so sind die für den Faktor-Xa-Hemmer Rivaroxaban (Xarelto®) gesteckten Ziele in der jetzt bei Europäischen Kardiologenkongress präsentierten EINSTEIN-DVT-Studie erreicht worden.

In dieser auf den Nachweis einer "Nicht-Unterlegenheit" angelegten Studie sind bei 3449 Patienten mit symptomatischer tiefer Beinvenenthrombose Wirksamkeit und Sicherheit einer Rezidivprophylaxe mit Rivaroxaban im Vergleich zur Standardtherapie (initial Enoxaparin subkutan, danach orale Antikoagulation mit Vitamin-K-Antagonisten) geprüft worden. Je nach Entscheidung des behandelnden Arztes konnte die Behandlungsdauer drei, sechs oder zwölf Monate betragen.

Gemessen an der Summe aller wiederkehrenden symptomatischen venösen Thromboembolien oder Lungenembolien erwies sich Rivaroxaban der Standardtherapie als ebenbürtig (nicht unterlegen). Die Inzidenzraten für entsprechende Ereignisse betrugen 2,1 Prozent (36 Ereignisse unter Rivaroxaban) und 3,0 Prozent (51 Ereignisse unter Standardtherapie). Wie Studienleiter Professor Harry Buller aus Amsterdam bemerkte, fehlte nicht viel am Nachweis der Überlegenheit von Rivaroxaban.

Die Häufigkeit von schweren und weniger schweren, aber klinisch relevanten Blutungen war mit jeweils 8,1 Prozent in beiden Behandlungsgruppen identisch. Beim Vergleich des klinischen Nutzens ("net clinical benefit") - ein sekundärer Endpunkt, der sich aus dem primären Wirksamkeitsendpunkt und der Rate schwerer Blutungen zusammensetzt - erwies sich Rivaroxaban der Standardtherapie als überlegen (2,9 versus 4,2 Prozent). Nach Ansicht von Buller hat Rivaroxaban das Potenzial, die Therapie bei tiefer Beinvenenthrombose zu vereinfachen und deren Nutzen/Risiko-Profil zu verbessern.

Schon vor einem Monat hatte der Hersteller Bayer Schering Pharma AG - allerdings noch ohne Nennung konkreter Zahlen - aus börsenrechtlichen Gründen den grundsätzlichen Ausgang dieser Studie öffentlich gemacht - und damit beinahe die angekündigte Präsentation in der "HotLine-Sesssion" aufs Spiel gesetzt.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Cochrane-Review

Prostatakrebs: Wie ist denn nun die Evidenz des PSA-Screenings?

FODMAP, Hypnose, Stuhltransfer

Diese Interventionen helfen beim Reizdarmsyndrom

Lesetipps
Eine Frau hält Tabletten in der Hand

© Dusan / stock.adobe.com

Differenzierung ist entscheidend

INOCA/ANOCA: Welche Therapie ist die richtige?

Nahaufnahme eines Patient, der den Gesundheitsbereich der ChatGPT-App verwendet.

© Azulblue / stock.adobe.com

Digitalisierung

KI-Chatbots bieten 24/7-Sprechstunde für Patienten

Dass Sport einen positiven Effekt bei Patienten mit Depressionen hat, ist nichts Neues. Der Casus Knacksus ist die Motivation.

© Rifqi Muflih / stock.adobe.com

Motivierende Gesprächsführung

Wie motiviere ich Patienten mit Depression zu Sport?