Zur KHK-Diagnostik

Ergometer hat ausgedient

Die Fahrrad-Ergometrie ist bei der Abklärung koronarer Herzerkrankungen weitgehend überflüssig geworden - es gibt inzwischen genauere Verfahren. Sie dient aber weiter etwa zur Diagnostik von Herzrhythmusstörungen.

Von Roland Fath Veröffentlicht:
Zur Diagnose koronarer Herzerkrankungen hat das Ergometer weitgehend ausgedient, zum Erkennen etwa von Herzrhythmusstörungen ist es aber noch viel wert.

Zur Diagnose koronarer Herzerkrankungen hat das Ergometer weitgehend ausgedient, zum Erkennen etwa von Herzrhythmusstörungen ist es aber noch viel wert.

© nyu / fotolia.com

HAMBURG. Die Fahrrad-Ergometrie taucht in der Leitlinie der europäischen Fachgesellschaft für Kardiologie (ESC) zur Diagnostik bei Patienten mit Verdacht auf KHK gar nicht mehr auf.

Das ist richtig, denn die Sensitivität des Verfahrens sei nicht viel besser als ein Münzwurf, hat Professor Carsten Tschöpe aus Berlin beim Allgemein-Mediziner-Praxis-Update in Hamburg betont.

Stressecho und Stress-MRT

Als Alternativen werden bei symptomatischen Patienten mit mittlerer KHK-Vortestwahrscheinlichkeit (15 bis 85 Prozent) Funktionstests wie Stressecho und Stress-MRT genannt, als Klasse-I-Empfehlung (Eur Heart J 2014; 35: 2541).

Auch bei asymptomatischen Diabetikern seien die Untersuchungen sinnvoll, sagte der Kardiologe.

Natürlich kann die Umsetzung in der Praxis schwierig sein, räumte Tschöpe ein, unter anderem wegen der nicht ausreichenden Verfügbarkeit der Verfahren.

Das Fahrrad-Ergometer, in vielen internistischen Praxen nach wie vor Standard, sei auch nicht völlig überflüssig geworden, beruhigte der Kardiologe beim Update-Seminar.

Es sei zum Beispiel brauchbar zur Abklärung von Herzrhythmusstörungen und zur Blutdruckmessung unter Belastung.

Eine Angiografie ist laut ESC-Leitlinie nur bei symptomatischen Patienten mit hoher Vortestwahrscheinlichkeit (> 85 Prozent) eine Klasse-I-Empfehlung und sollte möglichst immer mit einer FFR (Fraktionierte Flussreserve)-Messung kombiniert werden, so Tschöpe.

Nur so könne zuverlässig über die hämodynamische Relevanz (FFR-Werte = 80 Prozent) und die Notwendigkeit einer Stentimplantation entschieden werden.

LDL-Cholesterin einstellen!

Liegen die FFR-Werte >80 Prozent, könnten die Patienten ohne Revaskularisation mit einer optimalen medikamentösen Therapie sicher versorgt werden, betonte der Kardiologe.

Standard ist bei KHK die Einstellung des LDL-Cholesterins auf < 70 mg/dl (relative Risiko-Reduktion für kardiovaskuläre Komplikation bis zu 30 Prozent), Blutdruckeinstellung bei Hypertonie mit RAS-Hemmern (bis zu 20 Prozent) und Gabe von ASS (bis zu 20 Prozent).

Lebensstiländerungen können einen noch größeren Effekt haben. Sowohl für den Rauchstopp als auch für gesunde Ernährung und moderates Ausdauertraining wurden relative Risikoreduktionen bis zu 50 Prozent belegt.

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