Zulassung

Erstes deutsches PID-Zentrum in Lübeck

Veröffentlicht: 28.02.2014, 14:09 Uhr

LÜBECK. Das erste deutsche PID-Zentrum wird zum 1. März in Lübeck zugelassen. Das schleswig-holsteinische Gesundheitsministerium hat dem Zentrum für Humangenetik am Ambulanzzentrum des UKSH am Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Lübeck nach einer Prüfung die Zulassung als Zentrum für Präimplantationsdiagnostik (PID-Zentrum) erteilt. Das Zentrum erfüllt die nach der entsprechenden Bundesverordnung vorgegebenen Voraussetzungen.

Das MVZ hatte Mitte November 2013 die Zulassung beantragt. Zu dem PID-Zentrum wird neben dem Fachbereich Humangenetik auch der Fachbereich Reproduktionsmedizin gehören.  

PID ist in Deutschland grundsätzlich verboten, darf aber aufgrund einer entsprechenden Änderung des Embryonenschutzgesetzes in streng geregelten Ausnahmefällen vorgenommen werden:

1. Bei einer genetischen Erkrankung der Frau und/oder des Mannes, von der die Eizelle beziehungsweise die Samenzelle stammt und für deren Nachkommen das hohe Risiko einer schwerwiegend Erbkrankheit besteht.

2. Für die Untersuchung auf eine schwerwiegende Schädigung eines Embryos, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Tot- oder Fehlgeburt führen wird.

Eine PID darf nur an einem zugelassenen PID-Zentrum vorgenommen werden, das die Anforderungen an die diagnostischen, medizinischen, personellen und technischen Möglichkeiten im Bereich der Humangenetik und der Reproduktionsmedizin erfüllen muss.

Voraussetzung ist eine ausführliche Aufklärung und Beratung zu den möglichen medizinischen, psychischen und sozialen Folgen dieses Verfahrens. Zudem muss für eine PID eine interdisziplinär zusammengesetzte Ethikkommission jeden Einzelfall prüfen und zustimmend bewerten.

Für das PID-Zentrum in Lübeck ist die gemeinsame Ethikkommission norddeutscher Länder zuständig. Sie ist wie berichtet bei der Ärztekammer Hamburg angesiedelt und soll in Kürze ihre Arbeit aufnehmen. (di)

Mehr zum Thema
Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Monika Uszkoreit

Korrektur zur Erteilung der PID-Zulassung in Deutschland

Wenn potentiell wertende Aussagen gemacht werden, ist genaue Recherche angesagt!
Bereits am 14. Februar 2014 erhielt das MVZ genteQ® (Labor für Humangenetik in Hamburg) unter der Leitung von Professor Karsten R. Held bereits den Zuschlag. genteQ® wird die Untersuchungen in Zusammenarbeit mit dem Fertility Center Hamburg (Ärztlicher Leiter Dr. med. (IL) Robert Fischer) durchführen.

Der Bundesverbands Reproduktionsmedizinischer Zentren Deutschlands e.V. (BRZ), den ich vertrete, gratuliert seinen beiden Mitgliedszentren!

Monika Uszkoreit
Geschäftsführung des BRZ


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Die EU geht davon aus, dass im Frühjahr zumindest Impfstoff für Risikogruppen und Gesundheitspersonal zur Verfügung stehen könnte.

EU verbreitet Optimismus

Ist der Corona-Impfstoff bald da?

Pflegekräfte versorgen einen Patienten auf der Intensivstation im Operativen Zentrum II des Universitätsklinikums Essen.

COVID-19-Versorgung

Intensivstationen: Das Personal ist der Flaschenhals

Blutgefäß mit Erythrozyten und Sauerstoff-Molekülen: Bei einem kardiogenen Schock kommt es zu einer Schädigung von Endothelzellen, die die innere Gefäßwand auskleiden. Das daraus resultierende „vascular leakage“, also die erhöhte Durchlässigkeit der Gefäße, führt dazu, dass das Gewebe schlechter mit Sauerstoff versorgt wird. Ein neuer molekularer Antikörper soll jetzt die pathophysiologische Kaskade durchbrechen.

Sterberisiko senken

Neuer Therapie-Ansatz bei kardiogenem Schock