Zulassung

Erstes deutsches PID-Zentrum in Lübeck

Veröffentlicht:

LÜBECK. Das erste deutsche PID-Zentrum wird zum 1. März in Lübeck zugelassen. Das schleswig-holsteinische Gesundheitsministerium hat dem Zentrum für Humangenetik am Ambulanzzentrum des UKSH am Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) Lübeck nach einer Prüfung die Zulassung als Zentrum für Präimplantationsdiagnostik (PID-Zentrum) erteilt. Das Zentrum erfüllt die nach der entsprechenden Bundesverordnung vorgegebenen Voraussetzungen.

Das MVZ hatte Mitte November 2013 die Zulassung beantragt. Zu dem PID-Zentrum wird neben dem Fachbereich Humangenetik auch der Fachbereich Reproduktionsmedizin gehören.  

PID ist in Deutschland grundsätzlich verboten, darf aber aufgrund einer entsprechenden Änderung des Embryonenschutzgesetzes in streng geregelten Ausnahmefällen vorgenommen werden:

1. Bei einer genetischen Erkrankung der Frau und/oder des Mannes, von der die Eizelle beziehungsweise die Samenzelle stammt und für deren Nachkommen das hohe Risiko einer schwerwiegend Erbkrankheit besteht.

2. Für die Untersuchung auf eine schwerwiegende Schädigung eines Embryos, die mit hoher Wahrscheinlichkeit zu einer Tot- oder Fehlgeburt führen wird.

Eine PID darf nur an einem zugelassenen PID-Zentrum vorgenommen werden, das die Anforderungen an die diagnostischen, medizinischen, personellen und technischen Möglichkeiten im Bereich der Humangenetik und der Reproduktionsmedizin erfüllen muss.

Voraussetzung ist eine ausführliche Aufklärung und Beratung zu den möglichen medizinischen, psychischen und sozialen Folgen dieses Verfahrens. Zudem muss für eine PID eine interdisziplinär zusammengesetzte Ethikkommission jeden Einzelfall prüfen und zustimmend bewerten.

Für das PID-Zentrum in Lübeck ist die gemeinsame Ethikkommission norddeutscher Länder zuständig. Sie ist wie berichtet bei der Ärztekammer Hamburg angesiedelt und soll in Kürze ihre Arbeit aufnehmen. (di)

Mehr zum Thema

Behandlungsfehler

Kein Alarmknopf im Kreißsaal? Kann teuer werden

Fortgeschrittenes HR+/HER2- Mammakarzinom

Endokrinbasierte Kombinationstherapie mit Ribociclib verlängert Gesamtüberleben

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Monika Uszkoreit

Korrektur zur Erteilung der PID-Zulassung in Deutschland

Wenn potentiell wertende Aussagen gemacht werden, ist genaue Recherche angesagt!
Bereits am 14. Februar 2014 erhielt das MVZ genteQ® (Labor für Humangenetik in Hamburg) unter der Leitung von Professor Karsten R. Held bereits den Zuschlag. genteQ® wird die Untersuchungen in Zusammenarbeit mit dem Fertility Center Hamburg (Ärztlicher Leiter Dr. med. (IL) Robert Fischer) durchführen.

Der Bundesverbands Reproduktionsmedizinischer Zentren Deutschlands e.V. (BRZ), den ich vertrete, gratuliert seinen beiden Mitgliedszentren!

Monika Uszkoreit
Geschäftsführung des BRZ


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden / registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Auch in Deutschland sollen bald Corona-Impfungen der 5- bis 11-Jährigen möglich sein.

© SvenSimon / Frank Hoermann / picture alliance

Corona-Impfungen bei Unter-12-Jährigen

BVKJ-Chef Fischbach: „Kinder sollen jetzt den Blutzoll zahlen“

Corona-Impfung in einer kommunal organisierten Impfstelle im thüringischen Jena. Die Ärztekammer in Thüringen dringt auf eine generelle Impfpflicht, auch die BÄK hält dies angesichts der aktuellen Lage für geboten.

© Martin Schutt / dpa

BÄK-Brief an Merkel und Scholz

Ärzte drängen auf allgemeine Corona-Impfpflicht

Das RKI-Merkblatt zur Corona-Schutzimpfung ist eine gute Hilfe bei der Patientenaufklärung. Ein Gespräch kann es aber nicht ersetzen.

© Sascha Steinach / ZB / picture alliance

Haftungsrisiken ausschließen

Booster-Impfung: So klären Ärzte sorgfältig auf