Essen nur nach Broteinheiten - das war einmal

NEUNKIRCHEN (eis). "Gesundes Schlemmen ist möglich - auch für Diabetiker." Das soll bei den Aufklärungstagen "Gesünder unter 7" in Neunkirchen im Saarland demonstriert werden. Besucher des Saarpark Center bekommen heute und am Freitag außer umfangreichen Informationen zu Diabetes auch Tips von Promiköchen zur genußvollen Ernährung geboten. Showkochen mit Johannes Lafer wird heute ab 12.30 Uhr angeboten.

Veröffentlicht:

Hauptthema der beiden Aktionstage in Neunkirchen ist Ernährung bei Diabetes mellitus. "Eine Ernährungsumstellung ist bei den meisten Diabetikern die wichtigste Maßnahme", sagt Professor Alfred Wirth aus Bad Rothenfelde (Ärztebl 101, 2004, A1748). Früher übliche Empfehlungen wie die Reduktion von Zucker oder die Berechnung der Ernährung nach Broteinheiten sind dabei heute nur noch von geringer Bedeutung.

Bei den meisten Patienten geht es vielmehr um eine Gewichtsreduktion, denn 90 Prozent der Typ-2-Diabetiker sind nach Angaben von Wirth übergewichtig.

Die Reduktion des Körpergewichts wirkt sich besonders günstig auf den Stoffwechsel aus. So verringere sich durch Abnahme von zehn Kilogramm der HbA1c-Werte um ein bis drei Prozentpunkte. Bei fast allen Patienten lasse sich dadurch die Dosis von Antidiabetika reduzieren, und bis zu 50 Prozent der Patienten hätten nach der Gewichtsreduktion keine diabetische Stoffwechsellage mehr, so der Präsident der Deutschen Adipositas-Gesellschaft.

Wie aber sollten Patienten ihre tägliche Kost umstellen? "Ernährungsempfehlungen für Diabetiker sind denen heute sehr ähnlich, die auch der Allgemeinbevölkerung zur Erhaltung der Gesundheit empfohlen werden", heißt es dazu in den Empfehlungen der Deutschen Diabetes Gesellschaft (Ernährungs-Umschau 47, 2000, 182).

Wichtigste Maßnahme ist dabei die Reduktion von Fett. Tierische Fette etwa in Wurst oder fettem Fleisch sollten nur einen kleinen Teil der Nahrungsenergie ausmachen (weniger als 10 Prozent). Zu bevorzugen sind pflanzliche Fette mit ungesättigten Fettsäuren (besonders günstig Olivenöl oder Rapsöl) und Nahrungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren wie Fisch, Rapsöl, Sojaöl und Nüsse.

Der größte Teil der Nahrungsenergie sollte aus Kohlenhydraten kommen (45 bis 60 Prozent). Günstig sind Gemüse, Obst und Vollkornprodukte, weil sie reich an Ballaststoffen, Spurenelementen und Vitaminen sind. Wegen des niedrigen glykämischen Index sind Hülsenfrüchte, Hafer, Nudeln oder Parboiled Reis besonders zu empfehlen.

Nicht empfohlen werden von der Diabetes Gesellschaft Lebensmittel mit energiehaltigen Zuckeraustauschstoffen wie Fruktose oder Zuckeralkoholen. Diese hätten im Vergleich zu üblichem Zucker für Diabetiker keine Vorteile, enthielten aber oft große Mengen an Fett und anderer Nahrungsenergie.

Für insulinbehandelte Diabetiker ist es wichtig, daß Zeitpunkt und Dosis der Insulingabe auf die Menge und den Zeitpunkt einer kohlenhydrathaltigen Mahlzeit abgestimmt werden. Nur durch die Anpassung lassen sich Hypo- oder Hyperglykämien vermeiden.

Infos: Deutsches Diabeteszentrum www.diabetes.uni-duesseldorf.de ("Fachthemen" und "Ernährung" anklicken!)



Weitere Aktionen zu Reise und Sport

Die von Sanofi-Aventis initiierte Aufklärungsaktion "Gesünder unter 7" gastiert noch in vier deutschen Städten. Jeweils donnerstags und freitags können sich Besucher über Ursachen, Risikofaktoren sowie Therapien bei Diabetes informieren und mit Experten ins Gespräch kommen. Betroffene können zudem ihren HbA1c-Wert messen lassen. Die "Ärzte Zeitung" unterstützt die Aktion als Medienpartner. Die Termine im Überblick:

  • 4. und 5. Mai in Neunkirchen (Saarpark Center), Thema: Ernährung. Showkochen mit Friedrich Zehner, Johann Lafer.
  • 11. und 12. Mai in Bremen (Roland-Center), Thema: Reisen. Am 11. Mai: mit Reisejournalist Thomas Fuchsberger
  • 18. und 19.Mai in Köln (Rhein- Center) Thema: Ernährung. Showkochen mit Rainer Mitze.
  • 1. und 2. Juni in Hamburg (Elbe-Einkaufszentrum). Am 1. Juni Torwandschießen mit Uwe Seeler, Dimo Wache, Michael Hackert.

Weitere Informationenunter www.gesuender-unter-7.de

Mehr zum Thema

Diabetes

Diabetologie: Steigender Bedarf bei weniger Fachpersonal

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Professor Andreas Lob-Hüdepohl, Theologe und Mitglied des Deutschen Ethikrats

© Sophie Schüler

Allokation von Ressourcen in schwierigen Zeiten

Allgemeinmedizin, das ist „lebenslange Präzisionsmedizin“

Vor der Antibiose an die Entnahme für zwei Blutkulturen denken.

© Patchara / stock.adobe.com

DGIM-Kongress

Sepsis-Verdacht: Eine Stunde, fünf essenzielle Maßnahmen

Was tun bei persistierenden Beschwerden trotz L-T4-Substitution?

© Kateryna_Kon / stock.adobe.com

Schilddrüsenhormon-Substitution

L-T4/L-T3-Kombination: Letztes Wort noch immer nicht gesprochen