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Extrem gefährliche TB-Keime breiten sich im Süden Afrikas zunehmend aus

PRETORIA (mut). Der TB-Ausbruch in Südafrika mit extrem resistenten Keimen, die infizierte Menschen in wenigen Wochen töten, weitet sich offenbar aus. Monatlich werden 30 Neu-Erkrankungen gemeldet. Experten halten dies nur für die Spitze des Eisbergs und vermuten, dass sich die Keime bereits in Nachbarländern ausgebreitet haben.

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Die hochpathogenen und äußerst kontagiösen Tuberkulose-Erreger wurden 2006 zunächst in der Provinz Kwazulu-Natal entdeckt. Dort starben bei einem Ausbruch 52 von 53 Infizierten, zum Teil schon zwei Wochen nach der Diagnose (wir berichteten).

Inzwischen melden südafrikanische Behörden 330 Erkrankte, davon ist die Hälfte bereits gestorben. Betroffen sind fast ausschließlich HIV-Infizierte. Gegen die Erreger gibt es kaum Therapien: Sie sind gegen die Erstlinien-Medikamente Rifampicin und Isoniazid ebenso resistent wie gegen Quinolone und einige injizierbare Zweitlinien-Antibiotika.

Nach Berichten der Zeitung "New York Times" gehen TB-Experten davon aus, dass die Zahl der Infizierten wesentlich höher ist, da die Resistenzen in den meisten Kliniken nicht nachgewiesen werden können. Um die extrem multiresistenten Stämme (kurz XDR-Stämme) aufspüren zu können, sind spezielle Labormethoden nötig. So sei ein großer Teil der Infizierten bei einem HIV-Projekt einer US-Universität in Südafrika entdeckt worden, die über entsprechende Nachweis-Methoden verfügt.

Inzwischen gebe es Hinweise, dass auch in Lesotho, Swasiland und Mosambik vermehrt HIV-Infizierte an TB sterben. In einem Artikel in der Online-Zeitschrift "Plos Medicine" (4, 2007, e50) werfen HIV-Experten der südafrikanischen Regierung vor, durch falsches TB-Management und Untätigkeit eine Gesundheitskrise auszulösen und eine TB-Epidemie unter HIV-Kranken zu begünstigen.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Südafrika muss bei TB dringend handeln

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