Impfraten sinken

FSME bereitet Sorgen

Nach einem Hoch vor sechs Jahren nahmen die FSME-Impfraten in Risikoregionen deutlich ab. Mehr Aufklärung tut Not, warnt das Robert Koch-Institut.

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BERLIN. Das Robert Koch-Institut (RKI) sorgt sich wegen sinkender Impfraten gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Der Schutz reiche nicht aus, um eine starke Zunahme der Erkrankungen in Jahren mit günstigen Ausbreitungsbedingungen für Überträgerzecken zu verhindern, betont das RKI in einer Bewertung des FSME-Risikos (Epi Bull 2016; 18: 151).

Nach Angaben des Instituts sind die Impfraten bei den Schulanfängern in Risikogebieten nach einem Hoch in den Jahren 2009/10 deutlich gefallen, und zwar von knapp 40 Prozent auf 21 Prozent in Baden-Württemberg und von über 50 Prozent auf 40 Prozent in Bayern.

Ähnliche Entwicklungen gab es in den Risikogebieten von Thüringen und Südhessen. Wichtig seien aber besonders gute Schutzraten in den ausgewiesenen FSME-Regionen: Zwei Drittel von 1374 Erkrankungen aus den Jahren 2011 bis 2015 wurden nach RKI-Angaben in nur 49 Land- und Stadtkreisen mit dem höchsten Risiko erworben.

Weniger verordnete Dosen

Das Institut betont zudem, dass Erwachsene ab 40 Jahre das höchste Risiko für einen schweren FSME-Verlauf mit bleibenden Schäden haben.

Zwar werden in Deutschland die FSME-Impfraten bei Erwachsenen nicht erhoben. Die Schutzraten lägen nach Stichproben aber vermutlich noch deutlich unter denen bei Schulkindern, so das RKI.

Dafür sprechen auch Daten von Insight Health® über die verordneten FSME-Impfdosen in den vier Risiko-Bundesländern: Nach einem Hoch im Jahr 2007 mit fast 15.000 Dosen pro 100.000 Jugendliche ab 15 Jahre und Erwachsene ging die Rate seit 2010 auf ein Drittel der verordneten Dosen in dieser Altersgruppe zurück.

"Eine Steigerung der Impfquoten vor allem in Landkreisen mit hohen FSME-Inzidenzen könnte zur Verhinderung eines erheblichen Teils der Fälle führen", betont das RKI. Das Institut appelliert daher an Ärzte, verstärkt über den Nutzen der Impfung aufzuklären.

Landkreis Dachau neues Risikogebiet

Bundesweit wurden 2015 insgesamt 220 FSME-Fälle an das RKI gemeldet und damit etwas weniger als im Jahr davor (265).

Die meisten der Erkrankungen wurden dabei in Deutschland erworben (199), vereinzelte Infektionen wurden aber wahrscheinlich auch aus der Schweiz, Österreich, Schweden und Italien eingeschleppt.

Als neues Risikogebiet in Deutschland wurde jetzt der Landkreis Dachau in die die FSME-Karte aufgenommen. (eis)

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