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Fachgesellschaften empfehlen die Rotavirus-Impfung generell

MÜNCHEN (fvw). Fast jedes Kind macht bis zum fünften Lebensjahr wenigstens eine Rotavirus-Infektion durch. Seit einem Jahr gibt es eine Impfung gegen die Infektion, allerdings wurde sie noch nicht in den allgemeinen Impfkalender aufgenommen.

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Seit einem Jahr gibt es in Deutschland zwei orale Rotavirus-Impfstoffe. Rotaviren sind die häufigsten Erreger akuter Gastroenteritiden bei Säuglingen und Kleinkindern. Die Impfung erfolgt ab der sechsten Lebenswoche, dabei sollte die letzte Dosis - je nach Vakzine - bis zur 24. oder 26. Lebenswoche verabreicht werden.

Der Impfstoff Rotarix® schützt zu 96 Prozent vor schweren Verläufen. Klinikeinweisungen wegen Rotavirus-Gastroenteritis lassen sich damit vermeiden. Schwere Impfreaktionen treten mit der Vakzine nicht auf, als häufigste unerwünschte Wirkungen kommen Reizbarkeit und Appetitlosigkeit vor.

Dennoch hat die Ständige Impfkommission (STIKO) den Schutz noch nicht in den Impfkalender aufgenommen. "Allerdings kann die Impfung junger Säuglinge entsprechend einer individuellen Risiko-Nutzen-Abwägung sinnvoll sein", heißt es bei der STIKO, etwa für Kinder, die in Kinderkrippen betreut werden (Epi Bull 2, 2007, 9).

Europäische Fachgesellschaften wie die ESPID* empfehlen den Schutz für alle Säuglinge, sagte Privatdozent Markus Knuf aus Mainz. Auch in Deutschland habe sich die Deutsche Akademie für Kinderheilkunde und Jugendmedizin (DAKJ) klar dafür ausgesprochen, alle Babys zu impfen, sagte Knuf bei einer Veranstaltung des Unternehmens GlaxoSmithKline in München.

Rotavirus-Impfstoffe können zusammen mit anderen Impfungen gegeben werden. Die Eltern müssen allerdings selbst zahlen. Ausnahme: Die Novitas Vereinigte BKK erstattet die Kosten.

*ESPID: European Society for Paediatric Infectious Diseases



STICHWORT

Rotavirus-Infektion

Rotaviren verursachen schwerere Brechdurchfälle als andere Erreger. Die Kinder kommen häufiger in die Klinik, und zwar im Mittel für mehr als fünf Tage. Typische Symptome einer Rotavirus-Infektion sind wässriger Durchfall und Erbrechen. Sie beginnen plötzlich, gehen oft mit Fieber einher, später sind die Temperaturen eher subfebril. Häufig sind auch respiratorische und selten ZNS-Symptome. Folge der Durchfälle ist eine zuweilen ausgeprägte Exsikkose. (fvw)

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