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Farbe bringt Klarheit bei Patienten mit Colitis ulcerosa

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Patienten mit Colitis ulcerosa haben im Vergleich zur Normalbevölkerung ein stark erhöhtes Risiko für ein kolorektales Karzinom (CRC). Nach Angaben von Professor Markus Neurath von der Inneren Klinik der Universität Mainz entwickeln zwei Prozent aller Patienten mit Colitis ulcerosa in den ersten zehn Jahren nach Diagnosestellung ein CRC. Nach 20 Jahren sind es neun Prozent, und nach 45 Jahren ist es fast jeder dritte.

Zwar kann die Wahrscheinlichkeit einer Karzinomentwicklung durch eine chemopräventive Behandlung mit Mesalazin (Salofalk®) verringert werden, wie Neurath betonte. Colitis-Patienten bleiben aber Risikopatienten, bei denen häufigere Kontrollendoskopien indiziert sind und die besonders aufmerksam koloskopiert werden müssen.

"Das Problem dabei ist, daß Adenome bei Colitis-Patienten relativ flach und damit schwer zu identifizieren sind", erläuterte Neurath. Die Konsequenz: Es müssen viele Biopsien auf Verdacht angefertigt werden. Um unter anderem diese unbefriedigende Situation zu verbessern, wurde die Chromoendoskopie entwickelt, wesentlich unter Beteiligung der Mainzer Gastroenterologen.

Der Trick: Eine 0,1-prozentige Methylenblau-Lösung wird während der Endoskopie auf die Darmwand aufgetragen. Hochgradig dysplastische Veränderungen werden dadurch demaskiert. Wo vorher normal anmutende Schleimhaut war, ist plötzlich ein Adenom.

In einer klinischen Studie mit insgesamt 165 Colitis-Patienten hat die Arbeitsgruppe aus Mainz die Technik evaluiert. Bei Einsatz von Methylenblau konnten dreimal so viele dysplastische Veränderungen und viermal so viele hochgradige intraepitheliale Neoplasien identifiziert werden wie bei konventioneller Koloskopie (Gastroenterology 4, 2003, 880). Eine weitere Studie von Kollegen aus Sheffield, South Yorkshire, hat diese Resultate inzwischen bestätigt (Gastroenterologie 1, 2004, 376).

"Der große Vorteil ist, daß durch die Chromoendoskopie gezielte Biopsien in verdächtigen Regionen möglich werden", so Neurath. Sorgen vor einem eventuellen genotoxischen Effekt des Methylenblaus, der die Krebsinzidenz nach oben treiben könnte, teilt Neurath nicht.

Eine Studie, die zu diesem Verdacht geführt hatte, sei ohne Kontrolle gelaufen. Zudem sei eine fünfmal höhere Konzentration eingesetzt worden als jene, die in Mainz verwendet wird. Kontroll-Koloskopien hätten zudem keinen Anhalt auf eine erhöhte Krebsinzidenz gebracht. (gvg)

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