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Trotz niedriger Viruslast

Fatigue bei HIV überraschend häufig

Fatigue betrifft HIV-Patienten nur selten? Stimmt nicht, sagen britische Kollegen. Sie haben herausgefunden: Drei Viertel der Infizierten klagen über einer Fatigue - trotz niedriger Viruslast und guter Immunfunktion.

Von Dr. Christine Starostzik Veröffentlicht:
Der von Krebserkrankungen bekannte Fatigue kann auch mit einer HIV-Infektion einhergehen.

Der von Krebserkrankungen bekannte Fatigue kann auch mit einer HIV-Infektion einhergehen.

© pavel siamionov/Fotolia.com

NEWCASTLE-UPON-TYNE. Nur selten wird bei HIV-Infizierten eine Fatigue diagnostiziert. Zu Unrecht, wie eine britische Querschnittstudie nahelegt. Darin wurden 100 stabile ambulante HIV-Patienten nach Fatigue-Symptomen befragt.

Maß für die Bewertung war die Fatigue Impact Scale (FIS = 40: übermäßige Fatigue, = 80: schwere Fatigue). Zudem wurde die autonome Dysfunktion nach der Orthostatic Grading Scale (OGS, Score . 9: orthostatische Hypotension) evaluiert.

Die Werte wurden mit denen von 166 nicht HIV-Infizierten und 74 Probanden mit chronischem Fatigue-Syndrom (CFS) verglichen (HIV Medicine 2013; 14(4): 247-251).

91 Prozent der HIV-infizierten Patienten standen unter einer hochaktiven antiretroviralen Therapie (HAART). Bei 78 Prozent wurde damit die Viruslast im Plasma auf , 40 HIV-1-RNA-Kopien / ml reduziert.

Dennoch lag der mittlere FIS-Score bei den HIV-infizierten Patienten deutlich über dem der Kontrollen (51 versus 13). 51 Prozent der HIV-Infizierten klagten über übermäßige Fatigue-Symptome, 28 Prozent sogar über schwere.

Auch bei gut behandelten Patienten auf Fatigue achten

Die höchsten Score-Werte erreichten sogar die von Personen mit CFS (FIS-Score 93). Bei 38 Prozent der HIV-Patienten zeigte sich zudem eine orthostatische Intoleranz (OSG . 4), 12 Prozent hatten schwere Symptome (OSG . 9).

Überraschend war, dass der Schweregrad der Fatigue bei den HIV-infizierten Patienten unabhängig von der Zahl der CD4-Lymphozyten, der Viruslast oder HAART war. Allerdings korrelierte er stark mit den Symptomen der orthostatischen Intoleranz, was den Verdacht nahelegt, dass die Dysautonomie die Fatigue-Symptome begünstigt.

In der multivariaten Analyse zeigte sowohl eine Vorbehandlung mit Dideoxynukleosidanaloga als auch ein klinisches Lipodystrophiesyndrom signifikante Assoziationen zum FIS-Score.

Dies könnte auf einen Zusammenhang zwischen Fatigue und metabolischer oder mitochondrialer Dysfunktion hinweisen. Den Autoren zufolge ist es wichtig, auch bei effektiv behandelten HIV-Patienten auf Fatigue-Symptome zu achten.

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