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Fettleber

Fettleber: Warum Fasten hilft

Das Protein GADD45ß sorgt wohl dafür, dass sich der Stoffwechsel auf Nahrungsentzug einstellt.

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NEUHERBERG. Wissenschaftler am Helmholtz Zentrum München haben neue Erkenntnisse gewonnen, was molekular passiert, wenn wir hungern. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Zentrum für Diabetesforschung und dem Deutschen Krebsforschungszentrum konnten sie zeigen, dass bei Nahrungsentzug ein bestimmtes Protein produziert wird, das den Stoffwechsel in der Leber anpasst, heißt es in einer Mitteilung des Zentrums.

Die Wissenschaftler suchten nach fastenbedingten Unterschieden in der Genaktivität von Leberzellen. Mithilfe so genannter transcript arrays konnten sie zeigen, dass das Gen für das Protein GADD45ß je nach Ernährung unterschiedlich oft abgelesen wurde: Je mehr Hunger, desto öfter produzierten die Zellen das Molekül, dessen Bezeichnung eine Abkürzung für das englische ‚Growth Arrest and DNA Damage-inducible‘ ist (EMBO Mol Med 2016; online 3. Mai). Das Molekül war bis jetzt im Zusammenhang mit der Reparatur von Schäden am Erbgut und dem Zellzyklus bekannt und nicht aus der Stoffwechselbiologie.

Anschließende Modellversuche ergaben, dass GADD45ß dafür zuständig ist, die Fettsäureaufnahme in der Leber zu steuern, heißt es weiter. Mäuse, denen das Gen fehlte, entwickelten leichter eine Fettleber. Stellte man das Protein wieder her, so normalisierte sich der Fettgehalt der Leber. Zudem besserte sich der Zuckerstoffwechsel. Auch beim Menschen konnten die Wissenschaftler das Ergebnis bestätigen: Niedrige GADD45ß-Spiegel gingen mit erhöhter Fettanreicherung in der Leber und erhöhtem Blutzuckerspiegel einher.

Der durch das Fasten verursachte Stress auf die Leberzellen scheine demnach die Produktion von GADD45ß anzukurbeln, was den Stoffwechsel an die geringe Nahrungsaufnahme anpasst. Die neuen Ergebnisse wollen die Wissenschaftler nutzen, um therapeutisch in den Fett- und Zuckerstoffwechsel einzugreifen und die positiven Effekte von Nahrungsentzug mit Wirkstoffen nachzuahmen. (eb)

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