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Fördern Opioide Lungenentzündungen?

SEATTLE (MUC/bs). Alte Menschen unter Opioid-Therapie haben ein etwas erhöhtes Risiko für Pneumonien.

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Gefährdet sind sie vor allem zu Therapiebeginn und bei Anwendung lang wirkender und immunsuppressiver Opioide (Morphin, Codein, Fentanyl). Das schließen US-Forscher aus einer Fall-Kontroll-Studie (J Am Geriatr Soc 2011, online 13. September).

Verglichen wurden dabei Daten von über 1000 Senioren mit Pneumonie und 2000 gesunden Kontrollpersonen. Die Pneumoniepatienten standen danach öfter unter einer Opioid-Therapie als Gesunde (14 Prozent versus 8 Prozent). Am höchsten war das Pneumonierisiko in den ersten 14 Therapietagen.

Opioide können Risiko für Aspirationen erhöhen

In der Studie des Group Health Research Institute in Seattle im Staat Washington wurde ein Zusammenhang zwischen der Einnahme von Benzodiazepinen und Pneumonien in der Studie nicht gefunden.

Sowohl Opioide als auch Benzodiazepine wirken sedierend und können so das Risiko für Aspirationen erhöhen.

Es kann zu einer Atemdepression kommen

Ebenfalls unter beiden Substanzklassen kann es zu einer Atemdepression kommen. Für einige Opioide sind außerdem immunsuppressive Effekte beschrieben.

Weil diese Eigenschaften die Entstehung von Pneumonien begünstigen könnten, sind US-Wissenschaftler dem Zusammenhang mithilfe einer Fall-Kontroll-Studie nachgegangen.

Die Studienteilnehmer waren zwischen 65 und 94 Jahren alt und nicht in Gemeinschaftseinrichtungen untergebracht. 1039 "Fällen" wurden 2022 vergleichbare Kontrollpersonen gegenübergestellt.

Opioidinuzierte Immunsuppression lässt wohl mit der Zeit nach

Weitere Ergebnisse: Studienteilnehmer, die schon seit mindestens drei Monaten mit Opioiden behandelt wurden, hatten nicht mehr Pneumonien. Der Rückgang des Risikos könnte damit zusammenhängen, so die Vermutung der Studienautoren, dass die opioidinduzierte Immunsuppression mit der Zeit nachlässt. Dies werde auch durch immunologische Studien nahegelegt.

Lang wirksame Opioide waren mit einem höheren Risiko assoziiert als kurz wirksame Opioide (OR = 3,43 bzw. 1,27). Als immunsuppressiv eingestufte Substanzen (etwa Morphin, Codein, Fentanyl) erwiesen sich ebenfalls als besonders ungünstig (OR = 1,88 vs. OR = 1,23 mit nicht immunsuppressiven Substanzen).

Benzodiazepine wurden zwar auch häufiger von den Pneumonie-Patienten als von den "Kontrollen" geschluckt. Bei der statistischen Auswertung ließ sich jedoch kein Einfluss auf das Pneumonierisiko feststellen (OR = 1,08).

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