Fördert Chlor im Schwimmbad Allergien?

BERLIN (urm). Besonders für Kinder aus Familien mit allergischen Erkrankungen wie Heuschnupfen oder Asthma kann ein häufiger Aufenthalt in Freibädern oder Hallenbädern problematisch sein: Die in Schwimmbädern oft starke Chlorgasbelastung erhöht offenbar das Allergie-Risiko.

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Mit der Aufenthaltsdauer im Schwimmbad steigen sowohl das Allergie-Risiko als auch die Konzentration der Entzündungsmediatoren. Das hat eine belgische Arbeitsgruppe nachgewiesen. Und eine retrospektive Studie hat ergeben, dass Menschen, die in ihrer Jugend häufig im Schwimmbad waren, als Erwachsene etwa doppelt so häufig unter Heuschnupfen leiden als Menschen, die eher selten im Schwimmbad waren (Allergy 61, 2006, 1305).

Das Problem: Zehn Zentimeter über der Wasseroberfläche liegt die Chlorgaskonzentration nach Angaben von Professor Stephan Sorichter aus Freiburg in einer Größenordnung von 0,4 mg/m3. Das bedeute, dass die in der Arbeitsmedizin gerade noch tolerierte Tageshöchstdosis bereits nach zwei Stunden überschritten sei. Auch andere Faktoren wie die im Sommer zu erwartenden Abbauprodukte von Sonnenschutzmitteln bereiteten den Schwimmern ein "relativ toxisches" Umgebungsmilieu, warnte Soringer.

Hat sich bereits ein Asthma entwickelt, kommt es außer auf die Bedarfstherapie mit rasch wirksamen Beta-2-Mimetika auch auf eine effiziente antientzündliche Basistherapie an. Das gelte besonders für Patienten mit Belastungs-induziertem Asthma, berichtete Sorichter bei einer Veranstaltung von MSD in Berlin. Hier böten sich mit inhalativen Kortikosteroiden und dem Leukotrienantagonisten Montelukast (Singulair®) zwei aussichtsreiche Optionen an. Besonders bei Kindern und Jugendlichen sei der Leukotrienantagonist aufgrund seiner oralen Verfügbarkeit und der nur einmal täglichen Einnahme von Vorteil.

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