Natürliche Antibiose

Forscher finden neuen körpereigenen Keimkiller

Spucke tötet Keime: Diesen Tipp bekommen schon Kinder. Schweizer Forscher haben jetzt tatsächlich einen äußerst potenten Wirkstoff gegen Keime im menschlichen Körper entdeckt  – sogar gegen multiresistente.

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Kleine Wunden am Finger stecken Menschen oft instinktiv in den Mund. Forscher haben jetzt unter anderem im Speichel einen neuen, hoch potenten antibakteriellen Stoff entdeckt.

Kleine Wunden am Finger stecken Menschen oft instinktiv in den Mund. Forscher haben jetzt unter anderem im Speichel einen neuen, hoch potenten antibakteriellen Stoff entdeckt.

© blackday / stock.adobe.com

GRAZ. Wissenschaftler der Universität Graz haben ein neues Peptid im menschlichen Körper entdeckt, dass Keime abtötet. Die antibakterielle Aminosäurekette ist laut den Forschern auf der Haut, im Speichel, im Blut und in der Tränenflüßigkeit vorhanden.

"Das positiv geladene Peptid mit der Bezeichnung SAAP-148 löst die bakteriellen Zellmembranen auf", sagt Nermina Malanovic vom Institut für Molekulare Biowissenschaften der Karl-Franzens-Universität Graz in einer Mitteilung. Publiziert haben die Grazer ihre Arbeit im Sciencemag (DOI: 10.1126/scitranslmed.aan4044).

Das Antibiose-Peptid sei leicht und kostengünstig synthetisch herzustellen. Es wirke zudem auch antibakteriell bei den multiresisten ESKAPE-Keimen wie etwa Staphylokokkus aureus oder Klebsiella pneumoniae.

Die Forscher wollen im nächsten Schritt analysieren, wie der Wirkungsgrad des Peptids verbessert werden kann und wie man es für Bakterien-resistente Biofilme auf Implanten nutzen kann. Dies könnte Infektionen verhindern, beispielsweise bei Hüft- oder Knieprothesen-Ops. (ajo)

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