ZNS-Tumoren/Hirntumor

Forscher können Krebszellen ausschalten

Neue Hoffnung im Kampf gegen Krebs: Wissenschaftler aus Gießen haben bei Hirntumoren eine Möglichkeit entdeckt, die Krebsstammzellen lahm zu legen.

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Glioblastom: Bei Sauerstoffmangel werden über einen Eiweiß-Komplex die Krebsstammzellen gesteuert, ergab eine Studie.

Glioblastom: Bei Sauerstoffmangel werden über einen Eiweiß-Komplex die Krebsstammzellen gesteuert, ergab eine Studie.

© Arteria Photography

GIESSEN (eb). Tumoren bestehen nicht nur aus gewöhnlichen Krebszellen, sondern auch aus wenigen, aber gefährlichen Krebsstammzellen.

Diese sind Ursache von Rezidiven. Denn herkömmliche Therapien können gegen die Krebsstammzellen nur wenig ausrichten.

Überlebensschalter entdeckt

Jetzt haben Gießener Wissenschaftler eine Möglichkeit entdeckt, solche Zellen bei Glioblastomen gezielt anzugreifen: Sie identifizierten einen Eiweiß-Komplex, der die Aktivität der Krebsstammzellen des Glioblastoms steuert (Brain 2011; 133 : 983-995).

Damit liefern die Forscher einen wichtigen Ansatzpunkt für neue Therapiemöglichkeiten gegen Krebs. Die Deutsche Krebshilfe hat das Projekt mit 390.000 Euro gefördert.

Krebsstammzellen schalteten sich bei Sauerstoffmangel ein

Wissenschaftler um Professor Till Acker vom Institut für Neuropathologie des Universitätsklinikums Gießen haben in ihren Versuchen mit Tumorstammzellen eine wichtige Überlebensstrategie dieser Zellen entdeckt: Sobald der Tumor keinen Sauerstoff mehr erhält, werden die Stammzellen des Glioblastoms aktiv.

"Dies ist ein Schutzmechanismus - Sauerstoffmangel schaltet ein Überlebensprogramm ein, das dem Tumor erlaubt, aggressiver zu wachsen und sich vor therapeutischen Eingriffen zu schützen", wird Acker in einer Mitteilung der Deutschen Krebshilfe zitiert. Die Aktivierung von Krebsstammzellen sei ein wichtiger Teil dieses Programms.

Eiweiß-Komplex HIF-2 ein Schlüssel im Kampf gegen Krebs?

Die Reaktion der Krebszellen auf Sauerstoffmangel wird durch ein komplexes Netzwerk zellulärer Vorgänge gesteuert. Wichtig ist dabei der Eiweiß-Komplex HIF-2.

Dieser ist eine Art Schaltzentrale, die Infos über die sauerstoffarme Tumor-Umgebung an die Krebsstammzellen weiterleitet und sie aus ihrem Ruhezustand weckt.

Entdeckung könnte Effektivität von Therapien steigern

"Dieser bisher unbekannte Schlüsselmechanismus stellt möglicherweise ein entscheidendes therapeutisches Ziel zur Blockade von Krebsstammzellen dar", so Acker.

Denn schalte man HIF-2 aus, können die Stammzellen keine neuen Krebszellen bilden. Künftig könne damit die Effektivität von Therapien gesteigert und Rückfälle verhindert werden.

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