Frühe Prävention senkt Risiko für Nierenschädigung

Veröffentlicht:

HANNOVER (ob). Trotz verbesserter Therapiemöglichkeiten entwickeln nach wie vor viele Diabetiker eine Nephropathie. Werden sie frühzeitig mit dem AT1-Rezeptorblocker Olmesartan behandelt, lässt sich der Beginn dieser Entwicklung, festgemacht am Auftreten einer Mikroalbuminurie, hinauszögern oder verhindern.

Dafür sprechen die Ergebnisse der jetzt publizierten ROADMAP-Studie (N Engl J Med 2011; 364: 907). Insgesamt 4447 Typ-2-Diabetiker ohne erkennbare Nierenschädigung sind in einem medianen Zeitraum von 3,2 Jahren entweder mit dem AT1-Rezeptorblocker Olmesartan (40 mg) oder Placebo zusätzlich zur sonstigen antihypertensiven Medikation behandelt worden. Angestrebt wurde ein Blutdruckwert im Zielbereich unter 130/80 mmHg.

Mit fast 80 Prozent erreichte ein vergleichsweise hoher Anteil der Patienten in der Olmesartan-Gruppe diesen Zielblutdruckwert. In der Placebo-Gruppe lag die Quote bei 71 Prozent. Mit dem AT1-Blocker behandelte Diabetiker hatten im Schnitt um 3,1/1,9 mmHg niedrigere Blutdruckwerte.

Durch Behandlung mit Olmesartan konnte die Inzidenz der Mikroalbuminurie - der primäre Studienendpunkt - im Studienzeitraum signifikant um 23 Prozent gesenkt werden (8,2 versus 9,8 Prozent).

Die Rate aller kardio- und zerebrovaskulären Ereignisse war insgesamt niedrig. Die Zahl der nicht tödlichen kardiovaskulären Ereignisse war in der Olmesartan-Gruppe etwas niedriger als in der Placebo-Gruppe (3,6 versus 4,1 Prozent). Dagegen war die Zahl der kardiovaskulären Todesfälle mit 15 versus 3 im Olmesartan-Arm signifikant höher als im Placebo-Arm. In der Mehrzahl waren davon Patienten mit vorbestehender Koronarer Herzkrankheit betroffen.

Studienleiter Professor Hermann Haller führt in einer Pressemittteilung der Medizinischen Hochschule Hannover aus Anlass der Studienpublikation eine zu starke Senkung des Blutdrucks bei Diabetikern mit vorgeschädigten Koronargefäßen als mögliche Erklärung für die höhere Mortalitätsrate an. "Wir empfehlen, anstelle der bisher üblichen Werte von 120 / 80 mmHg die höheren Werte von 130 / 85 mmHg anzustreben", so Haller mit Blick auf die Blutdrucksenkung bei KHK-Patienten.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Vergleich mit konservativer Therapie

Hyperparathyreoidismus: Operation kann vor Diabetes schützen

Das könnte Sie auch interessieren
Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

© Aleksandr | colourbox.de

Fatal verkannt

Vitamin-B12-Mangel frühzeitig behandeln!

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

© polkadot - stock.adobe.com

Vitamin-B12-Mangel

Aktuelle Empfehlungen für die Praxis

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
B12-Mangel durch PPI & Metformin

© Pixel-Shot - stock.adobe.com

Achtung Vitamin-Falle

B12-Mangel durch PPI & Metformin

Anzeige | WÖRWAG Pharma GmbH & Co. KG
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Off-Label-Use möglich

Long-COVID-Therapie: So schätzt Hausarzt Maibaum den G-BA-Beschluss ein

Lesetipps
Ei Spiegelei in einer Pfanne

© Kevsan / stock.adobe.com

Gastbeitrag

Sind Eier wirklich so gefährlich für Herz und Gefäße?