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Fünf Millionen Jahre altes Virus rekonstruiert

VILLEJUIF (ple). Französischen Virologen ist es gelungen, anhand des Bauplans eines fünf Millionen Jahre alten Virus im Human-Genom das Virus-Erbgut im Labor zu rekonstruieren. Damit ließen sich zudem Zellen von Menschen in der Kulturschale infizieren, in denen dann neue Viren gebildet wurden.

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Etwa acht Prozent des Human-Genoms enthalten den meist nicht mehr kompletten DNA-Baustein-Satz von Retroviren, die in der Evolution ihr Erbgut nach einer Infektion in das Genom unserer Vorfahren eingeschmuggelt haben. Eines dieser Viren ist HERV-K (human endogenes retrovirus K), das Virologen erst Mitte der 80er Jahr entdeckten.

Die französische Arbeitsgruppe um Dr. Thierry Heidmann aus Villejuif hat jetzt erstmals mit HERV-K ein solches Retrovirus rekonstruiert und Phoenix getauft (Genome Research 16 / 12, 2006, Online). Das Virus ist kaum infektiös. Mit der Rekonstruktion des Virus erhoffen sich die Wissenschaftler, einfacher als bisher die Entstehung von Tumoren zu entschlüsseln, an der diese endogenen Retroviren beteiligt sind, zum Beispiel von Tumoren der Hoden.

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Der Feind in unserem Erbgut

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