Mamma-Karzinom

Galenus-Preis würdigt Krebsmittel

NEU-ISENBURG (ple). Mit dem von der "Ärzte Zeitung" gestifteten Galenus-von-Pergamon-Preis 2007 der Kategorie A ist das Krebsmittel Avastin® mit dem Antikörper Bevacizumab von Roche Pharma ausgezeichnet worden. "Die Galenus-Jury war beeindruckt davon, dass hier ein Wirkmechanismus aufgeklärt wurde, der durch einen Antikörper gehemmt wird", sagt Jury-Präsident Professor Erland Erdmann aus Köln. Der Galenus-Preis ist Teil des internationalen Prix Galien.

Veröffentlicht:

Bevacizumab ist ein humanisierter monoklonaler Antikörper, der an den Wachstumsfaktor VEGF (Vascular Endothelial Growth Factor) bindet. Dadurch verhindert der Antikörper, dass VEGF an seine Rezeptoren an der Oberfläche von Endothelzellen andockt, wie Erdmann im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung" erläuterte.

Tumoren benötigen zum Wachstum und zur Metastasierung die Angiogenese, die durch den Faktor VEGF stimuliert wird. "Die Hemmung der biologischen Aktivität von VEGF vermindert die Vaskularisierung von Tumoren und dadurch deren Wachstum", so Erdmann. In diesem Sinne sei Bevacizumab ein spezifisch angreifender Antikörper, der das Tumorwachstum verhindert.

Zunächst wurde das Medikament Anfang 2005 zur Therapie für Patienten mit metastasiertem Kolon- oder Rektumkarzinom zugelassen. Erdmann: "Bei diesen Patienten hat der monoklonale Antikörper die Überlebenswahrscheinlichkeit der Patienten hochsignifikant erhöht und ist deshalb aus der Therapie bei dieser Erkrankung gar nicht mehr wegzudenken."

So lag in einer Zulassungsstudie mit Patienten mit metastasiertem Kolon- oder Rektum-Ca das mediane Überleben in der Bevacizumab-Gruppe bei 20 Monaten, in der Placebo-Gruppe dagegen nur bei 15,6 Monaten. Der Antikörper wurde als Ergänzung zur Therapie mit 5-Fluorouracil (5-FU) / Folinsäure plus Irinotecan verabreicht. Es gebe nur wenige Ausnahmen von Patienten mit metastasiertem Kolon- oder Rektumkarzinom, die nicht mit Bevacizumab behandelt werden könnten, etwa wegen schwerer Hypertonie oder Blutungen, so Erdmann.

Auch Frauen mit Brustkrebs profitieren von der Antikörpertherapie: In der Zulassungsstudie zur Erstlinientherapie bei metastasiertem Mamma-Ca ließ sich die progressionsfreie Zeit von fast 7 auf knapp 14 Monate verdoppeln - ein zuvor nicht erreichter Therapie-Erfolg. Seit Ende März 2007 ist Bevacizumab auch in dieser Indikation zugelassen.

Bevacizumab wird beim Kolon- oder Rektum-Ca in der Regel mit 5-FU / Folinsäure und Irinotecan kombiniert. Auch Kombinationen mit Carboplatin plus Paclitaxel sind nach Angaben von Erdmann bei verschiedenen Tumoren gebräuchlich. Häufig werde mit einer Dreier-, gelegentlich aber auch mit einer Viererkombination behandelt. Bei Frauen mit Brustkrebs etwa wird Bevacizumab mit Paclitaxel kombiniert. Sowohl bei Brustkrebs als auch beim Kolorektal-Ca werden die Patienten mit dem Antikörper bis zum Fortschreiten der Erkrankung behandelt.



Preis der Kategorie B

Mit dem Galenus-Preis der Kategorie B sind die Arbeitsgruppen um Privatdozent Alexander Dietrich aus Marburg und Professor Norbert Weißmann aus Giessen ausgezeichnet worden. Die Wissenschaftler werden für die Erforschung der akuten hypoxischen pulmonalen Vasokonstriktion geehrt. Die Arbeiten der Preisträger stellen wir demnächst vor. (eb)

Mehr zum Thema

„ÄrzteTag extra“-Podcast

Appell zur adjuvanten Vitamin-C-Therapie bei Krebs

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pascoe
Das könnte Sie auch interessieren
Management tumorassoziierter VTE

© Leo Pharma GmbH

CME-Fortbildung

Management tumorassoziierter VTE

Anzeige | Leo Pharma GmbH
CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

© Leo Pharma GmbH

Empfehlungen

CAT bei „3G“-Tumoren richtig managen

Anzeige | Leo Pharma GmbH
Die Ära der Immunonkologie: bessere Chancen für Krebspatienten

© Bristol-Myers Squibb

Immunonkologie mit dem Schwerpunkt Biomarker

Die Ära der Immunonkologie: bessere Chancen für Krebspatienten

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Prädiktion in der Immunonkologie mit Biomarkern

© Alpha Tauri 3D Graphics / shutterstock

Immunonkologie mit dem Schwerpunkt Biomarker

Prädiktion in der Immunonkologie mit Biomarkern

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
OH-Ton – Trifft den Ton in der Onkologie & Hämatologie

© Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA

CAR-T-Zelltherapie

OH-Ton – Trifft den Ton in der Onkologie & Hämatologie

Anzeige | Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA
Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nachmittags: das schnelle Telegramm. Am Morgen: Ihr individuell zusammengestellter Themenmix.

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Was geschieht mit den Messdaten in der Diabetes-Cloud der behandelnden Diabetologenpraxis? Das ist für die Praxis keine banale Frage!

© Goffkein / stock.adobe.com

Offene Flanke

Datenschutz-Crux bei Diabetes-Clouds

Mobiles Impfteam im Einsatz in einem Alten- und Pflegeheim in Baden-Württemberg (Archivbild). Das RKI geht davon aus, dass im Herbst Boosterimpfungen in Altenheimen notwendig sein werden.

© Sebastian Gollnow / picture alliance

SARS-CoV-2

RKI warnt vor erneut schweren Corona-Ausbrüchen in Altenheimen

Bei hohem Infektionsgeschehen trotz Testkonzepten würden Ungeimpfte im Herbst ihre Kontakte reduzieren müssen, so Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU). (Archivbild)

© Frederic Kern / Geisler-Fotopress / picture alliance

Corona-Pandemie

Mehr Freiheiten für Geimpfte im Herbst?