Gefährliches Darmbakterium hat Deutschland erreicht

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BERLIN/TRIER (gvg). Ein besonders virulenter Stamm von Clostridium difficile breitet sich nun auch in Deutschland aus. Im Raum Trier werden 18 Erkrankungen vermutet, vier Patienten sind dort an schweren Kolitiden gestorben. Experten rufen Ärzte zur Wachsamkeit bei schweren Durchfallerkrankungen auf.

Aufnahme von Clostridium difficile. Einige Stämme lösen schwere Kolitiden aus.

Aufnahme von Clostridium difficile. Einige Stämme lösen schwere Kolitiden aus.

© Foto: CellTech/UCB-Group

Der Clostridium-Stamm 027 hat sich seit 2003 zunächst in Nordamerika ausgebreitet und tauchte 2006 erstmals in Europa auf. Offenbar ist er jetzt über Luxemburg in die Region Trier gelangt. Wie andere Clostridien-Stämme auch, kann 027 nach einer Antibiotika-Therapie eine pseudomembranöse Kolitis auslösen. Die Gefahr, an der Kolitis zu sterben, ist bei 027 jedoch um das Fünffache erhöht.

Mit gewöhnlichen Stämmen tritt die Krankheit zudem fast nur bei Menschen über 60 auf, die in Kliniken behandelt wurden. Anders bei dem neuen Stamm: "Es können auch jüngere Menschen betroffen sein, und auch antirheumatische Therapien oder Chemotherapien können der Kolitis vorausgehen", hat Privatdozent Christian von Eichel-Streiber vom Konsiliarlabor für Clostridium difficile in Mainz berichtet. Zudem wird der Keim auch außerhalb von Kliniken verbreitet.

Wie erst vor kurzem bekannt wurde, gelang der erste Nachweis des 027-Stamms in Deutschland schon im April 2007. Jetzt wurde das Bakterium bei zwei weiteren Patienten im Raum Trier als Auslöser einer pseudomembranösen Kolitis bestätigt, bei 16 weiteren wird der nur schwer nachweisbare Stamm vermutet.

Bei starkem Durchfall sollten Ärzte verstärkt an Clostridien denken, so von Eichel-Streiber zur "Ärzte Zeitung". Außer der Antibiotika-Anamnese sei ein pferdeartiger Geruch des Stuhls typisch. Dieser weist auf die Anaerobier hin.

Lesen Sie dazu auch den Hintergrund: Neuer Clostridien-Stamm verursacht auch bei jungen Patienten gefährliche Kolitiden

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