Direkt zum Inhaltsbereich

Nach Hirntrauma

Gegen Fatigue hilft Melatonin

Nach einem Hirntrauma ist das Fatigue-Risiko versechsfacht. Nun ist eine Therapie-Option in Sicht. Der Schlüssel zum Erfolg liegt nach Angaben von Wissenschaftlern beim Melatonin.

Veröffentlicht:
Menschen, die ein Hirntrauma erlitten haben, sind oft dauerhaft müde.

Menschen, die ein Hirntrauma erlitten haben, sind oft dauerhaft müde.

© Klaus Eppele/Fotolia.com

DARMSTADT. Nach einem Schädel-Hirn-Trauma (SHT) tritt bei mehr als 60 Prozent der Patienten ausgeprägte Müdigkeit auf. Therapien waren bisher unbekannt.

Nach neuen Studien könnte ein verkürzter REM (Rapid Eye Movement)-Anteil im Schlaf und eine verminderte Melatonin-Produktion bedeutsam sein.

Eine Therapie mit diesem Hormon kombiniert mit Verhaltens- oder Lichttherapie halten Experten der Deutschen Gesellschaft für Klinische Neurophysiologie und funktionelle Bildgebung (DGKN) daher für vielversprechend.

Erschöpfung bleibt oft dauerhaft

Patienten mit Fatigue nach SHT können körperliche Anstrengung gut absolvieren, verarbeiten Informationen aber nur langsam. Im Gegensatz zu anderen Nebeneffekten der Hirnverletzung wie Kopfschmerzen bleibt die krankhafte Erschöpfung oft dauerhaft.

Um den Auslösern auf die Spur zu kommen, bestimmten Neurophysiologen bei den Patienten per Polysomnografie Hirnströme, Spannung der Kinnmuskeln sowie Augenbewegungen und ermitteln so die Schlafstadien.

Ferner registrieren sie Extremitätenbewegungen, Atmung und Sauerstoffsättigung (J Head Trauma Rehabil 2012; 27 (3): 224-233).

Melatonin-bildende Zellen werden offenbar zerstört

Daraus ergaben sich Anhaltspunkte, dass der Anteil der REM-Phasen verringert ist. Zugleich war die Produktion von Melatonin vermindert, das den Schlaf-Wach-Rhythmus mitbestimmt.

Offenbar werden durch SHT Melatonin-bildende Zellen zerstört, sodass eine Therapie mit diesem Hormon helfen könnte.

Auch der Erfolg einer Lichttherapie müsse überprüft werden, so eine Mitteilung der DGKN. Vor allem kurzwelliges Licht bessere Wachheit, Stimmung und Aufmerksamkeit.

In Kombination mit schlafanstoßendem Melatonin wird der Schlaf-Wach-Zyklus stabilisiert, die Tagesbefindlichkeit verbessert und somit Ängstlichkeit, Depression und Fatigue vermindert. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Signifikante Assoziation

Begünstigen Gichtanfälle tachykarde Arrhythmien?

Prävalenz-Vergleich der Kreise

Auffällig hoher Anteil an multimorbiden Menschen in Ostdeutschland

JAK-Inhibitor

Alopecia areata: Rote-Hand-Brief zu Ritlecitinib

Das könnte Sie auch interessieren
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Opioid-induzierte Obstipation

Paradigmenwechsel in der Behandlung: Vom Stuhl zum Nervensystem

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Grünenthal GmbH, Aachen
Abb. 1: Veränderung gegenüber dem Ausgangswert im WOMAC-Gesamtscore (a) und im VAS-Schmerz (b) nach zwei Monaten und im weiteren Verlauf

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Osteoarthrose

Aktuelle Evidenz zur Wirksamkeit der intraartikulären Hyaluronsäure

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Recordati Pharma GmbH, Ulm
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Signifikante Assoziation

Begünstigen Gichtanfälle tachykarde Arrhythmien?

Lesetipps
Blutgefäß mit Thrombose.

© Tinttrex / stock.adobe.com / Generated with AI

Therapie je nach Risiko

Akute Lungenembolie: Was die optimale Therapie ausmacht