"One-Health-Ansatz"

Gemeinsam gegen Antibiotika-Resistenzen

Im Kampf gegen Resistenzen bringt die Politik alle Beteiligten in ein Boot. Zudem werden Kooperationen in der Forschung gefördert.

Veröffentlicht: 14.09.2015, 10:22 Uhr

BERLIN. 2001 hat die WHO eine globale Strategie zur Eindämmung antimikrobieller Resistenzen veröffentlicht, die in den EU-Ländern in unterschiedlichem Maße umgesetzt wurde.

Im August 2010 einigten sich 16 Berater im Namen der WHO auf einen strategischen Aktionsplan für Europa mit sieben Punkten. Um der Resistenzentwicklung Einhalt zu gebieten und neue Antibiotika zu entwickeln, müssen alle beteiligten Bereiche im sogenannten "One-HealthAnsatz" eingebunden werden: Humanmedizin, Veterinärmedizin, Landwirtschaft und Umwelt.

Schließlich wurden 2013 mit 1452 Tonnen doppelt so viel Antibiotika an Tierärzte abgegeben wie im humanmedizinischen Bereich. Erst seit 2011 werden überhaupt die Antibiotikaabgaben in der Veterinärmedizin erfasst.

Dabei besteht ein eindeutiger Zusammenhang zwischen dem Antibiotikaeinsatz bei Zuchttieren und Resistenzen von Salmonellen und Campylobacter, aber auch MRSA-Keimen, und die Hinweise für eine Assoziation mit ESBL-Keimen mehren sich.

Forschung voranbringen

Auch Forschungsförderung tut Not. Benötigt werden zuverlässige Diagnosetests, die breit und rasch verfügbar sind, um Antibiotika gezielter einzusetzen, sowie neue Antibiotika und vor allem Antibiotikaklassen.

In den vergangenen 30 Jahren sind nur zwei wirklich neue Klassen dazugekommen, Oxazolidinone und zyklische Lipopeptide, beide wirksam nur gegen grampositive Keime.

Die Antibiotikaentwicklung kostet viel Geld, ohne entsprechende Gewinnaussichten.

Bund und EU-Kommission setzen bei der Forschungsförderung jetzt auf Kooperationen zwischen Forschungseinrichtungen und Industrie (Private Public Partnership), z.B. "New Drugs 4 Bad Bugs" (ND4BB), gefördert von der Europäischen Kommission, und "InfectControl 2020", gefördert vom BMBF. (fk)

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