Epilepsie bei Kindern

Gendefekt sagt Erfolg voraus

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TÜBINGEN. Mutationen im Natriumkanal-Gen SCN2A sind eine seltene, aber wichtige Ursache von Epilepsien sowie weiterer neurologischer Erkrankungen und Entwicklungsstörungen, die auch im späteren Lebensalter noch relevant sind bei Kindern. Forscher haben herausgefunden, dass die Art der Mutation wesentlich ist für die Therapie, teilt das Uniklinikum Tübingen mit.

Bei der Charakterisierung der Epilepsien von mehr als 70 Kindern mit SCN2A-Mutationen und deren Behandlungsversuchen mit verschiedenen Antiepileptika stellten die Forscher fest, dass die Epilepsie bei etwa der Hälfte der Betroffenen in den ersten drei Lebensmonaten beginnt, bei allen anderen später, bis zum Alter von acht Jahren (Brain 2017; online 4. April). Kinder mit frühem Krankheitsbeginn profitierten deutlich von einer medikamentösen Therapie mit Natriumkanal-Blockern. Bei Kindern mit spätem Beginn hatten dieselben Substanzen keine oder sogar negative Effekte. Wenn rasch Anfallsfreiheit erzielt werden konnte, verlief die Entwicklung der Kinder zudem insgesamt günstiger.

Durch eine funktionelle Charakterisierung der Effekte einzelner Mutationen konnte das Team den zugrundeliegenden Mechanismus aufklären. Es zeigte sich, dass SCN2AMutationen entweder eine Überfunktion oder eine Unterfunktion des Natriumkanals bewirken können, heißt es in der Mitteilung. Überfunktionen, die nur bei frühem Krankheitsbeginn zu finden sind, werden durch Natriumkanal-Blocker deutlich abgemildert. Unterfunktionen, die mit einem späten Krankheitsbeginn einhergehen, werden hingegen verstärkt. Der Therapieeffekt bei einer SCN2A Mutation ist also durch den Krankheitsbeginn und die Art der Epilepsie sehr gut vorhersehbar.

Da SCN2A-assoziierte Epilepsien sich häufig bis ins Erwachsenenalter fortsetzen, könnte dies auch für Erwachsene relevant werden, die zum Beispiel allein durch das Absetzen der falschen Medikamente profitieren können. (eb)

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