"Tschakka, du schaffst es"

Gibt es einen Placebo-Effekt beim Sport?

Motivation ist alles: Freiburger Forscher haben die Auswirkung von positivem Denken auf Sporttreibende untersucht – und meinen, einen Beleg für den Placebo-Effekt gefunden zu haben. Ein Marken-Shirt spielte dabei eine wichtige Rolle.

Veröffentlicht: 10.07.2017, 11:01 Uhr
Gibt es einen Placebo-Effekt beim Sport?

Wer sich für sportlich hält, empfindet Sport als weniger anstrengend, so Freiburger Forscher – den anderen kann das passende Shirt helfen.

© Rido / stock.adobe.com

FREIBURG. Wie anstrengend ein Mensch Sport empfindet, liegt zumindest teilweise an der Psyche. Das ist das Ergebnis einer Studie der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, die ein Team um den Psychologen Hendrik Mothes in der Fachzeitschrift PLoS One veröffentlicht hat.

Die Forscher untersuchten 78 Personen im Alter von 18 bis 32 Jahren mithilfe eines Fahrradergometers. Die Teilnehmer gaben davor an, für wie sportlich sie sich hielten und erhielten ein Marken-Kompressionsshirt als Bekleidung. Während des anschließenden 30 minütigen Radfahrens befragten die Wissenschaftler die Sporttreibenden alle fünf Minuten nach ihrem Anstrengungsempfinden.

Eine Frage der Erwartung?

Die Gruppe der Probanden unterschied sich darin, dass einem Teil vor der sportlichen Betätigung ein Video gezeigt wurde, das positive gesundheitliche Aspekte des Radfahrens betonte, während dem anderen Teil eines gezeigt wurde, welches ihre Erwartung dämpfen sollte. Manchen Teilnehmern wurde zudem mitgeteilt, dass sie das Kompressionsshirt beim nun anstehenden Sportprogramm unterstütze – anderen Probanden wurde gesagt, dass es schlicht das Schwitzen der Teilnehmer vergleichbar mache.

Die Befragung ergab, dass die Teilnehmer, die das Radfahren positiv assoziierten, es als weniger anstrengend empfanden – und zwar umso stärker, je sportlicher sie sich einschätzten. Unsportlichen Teilnehmern nützte das positive Anpreisen des Sports vor der Trainingseinheit dagegen nichts.

Shirt nützte manchen Teilnehmern

Einen Unterschied gab es auch beim Kompressionsshirt: Bei den sich als sportlich empfindenden Studienteilnehmern konnten die Forscher keinen Effekt feststellen. Bei den eher unsportlichen Probanden löste das Shirt dagegen weniger Anstrengungsempfinden aus. "Allein der Glaube daran, dass das Kompressionsshirt ihnen hilft, verhalf den ‚Unsportlichen‘ zu geringerem Anstrengungserleben während der Sportaktivität", so Mothes.

Die Freiburger sagen, dass ihre Studie ein Beleg dafür sei, dass es einen Placebo-Effekt beim Sport gebe – und dass als "sportlich" empfundene Produkte bei eher unsportlichen Trainierenden das Work-out erleichtern kann. (ajo)

Mehr zum Thema

„Kinesiologie-Tapes“

Händler haftet nicht für Kunden-Bewertung

Prävention in fünf Schritten

So lässt sich Typ-2-Diabetes vorbeugen

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Der serologische Test wird nach GOÄ abgerechnet

Masern-Impfpflicht

Der serologische Test wird nach GOÄ abgerechnet

Ansteckend auch ohne Symptome

Coronavirus

Ansteckend auch ohne Symptome

PKV-Patienten haben schlechtere Karten

Wirtschaftliche Aufklärung

PKV-Patienten haben schlechtere Karten

Diese Website verwendet Cookies. Weitere Informationen zu Cookies und und insbesondere dazu, wie Sie deren Verwendung widersprechen können, finden Sie in unseren Datenschutzhinweisen.  Verstanden