Grippe-Impfung kann sogar vor Herzinfarkt schützen

NOTTINGHAM (hub). Normalerweise sollen Impfungen vor Infektionen schützen. Das macht auch die Influenza-Impfung. Doch sie kann noch mehr: Sie reduziert die Herzinfarktrate, haben jetzt britische Forscher herausgefunden.

Veröffentlicht:
Ein Piks mit einem ganz erstaunlichen Zusatznutzen: Die Impfung gegen Influenza.

Ein Piks mit einem ganz erstaunlichen Zusatznutzen: Die Impfung gegen Influenza.

© photos.com

Zu diesem Ergebnis kommt eine Fall-Kontroll-Studie aus Großbritannien, in der eine Datenbank von Allgemeinmedizinern ausgewertet wurde. Rund 16 000 über 40-jährigen Patienten mit einem Herzinfarkt wurden knapp 63 000 passende Kontrollpersonen gegenübergestellt.

Das Ergebnis: Durch die Influenza-Impfung wurde die Rate eines ersten Herzinfarkts rechnerisch um 19 Prozent gesenkt (CMAJ 2010; online). Die Pneumokokken-Impfung hatte keinen Einfluss auf das Infarktrisiko.

Dabei scheint eine eher frühe Grippe-Impfung vorteilhaft zu sein. Wer im September bis November geimpft wurde, hatte nämlich ein um 21 Prozent niedrigeres Herzinfarktrisiko als Ungeimpfte.

Wer erst später die Vakzine erhalten hatte, bei dem war das Infarktrisiko nur um rechnerisch 12 Prozent gesenkt. Dieser Effekt müsse jedoch in weiteren Studien verifiziert werden, schreiben die Autoren.

Positive Wirkungen der Grippe-Impfung für Herz und Hirn hatten Studien bereits früher belegt. Kardiologen raten - ebenso wie die Impfkommission STIKO -daher schon länger, herzkranke Patienten gegen Influenza zu impfen.

Der pathophysiologische Hintergrund: Influenza-Viren können durch sekundäre Effekte - etwa erhöhte Katecholaminspiegel - ein akutes Koronarsyndrom triggern. Auch direkte Wirkungen der Infektion auf das Endothel werden diskutiert.

Lesen Sie dazu auch: Impfung gegen Influenza kann Herzkranken das Leben retten Nach Schlaganfall ist auch eine Impfung gegen Influenza wichtig Atemwegsinfektion? Nicht die Herzmedikation stoppen! Schützt eine Impfung gegen Pneumokokken auch das Herz?

Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Weniger Verlangen nach Alkohol

Schützt Semaglutid vor Alkoholmissbrauch?

Lesetipps
Veränderungen in den Genen verursachen ja die Mehrzahl der Seltenen Erkrankungen. Eine aktuelle genetische Untersuchung brachte nun bisher unbekannte Mutationen zutage.

© Anusorn / stock.adobe.com

Studie aus Deutschland

34 neue genetische Erkrankungen identifiziert

In Großbritannien oder Dänemark werden süße Softdrinks seit Jahren stärker besteuert.

© Scott Karcich / stock.adobe.com

Update

Hohe Prävalenzen bei Diabetes und Adipositas

Ärzte fordern Zuckersteuer auf süße Limonaden

Vincenzo Venerito und Florenzo Iannone resümieren, dass das Modell konsistent Wörtern hohe Aufmerksamkeitsgewichte zuwies, die mit ausgedehnten Schmerzen, Müdigkeit, depressiver Stimmung und Dysästhesie in Zusammenhang stehen, und erfasste so genau die linguistischen Schlüsselmerkmale des FMS. Dennoch betonen sie, dass eine umfassende klinische Bewertung weiterhin nötig ist, um alternative Diagnosen auszuschließen und ein FMS zu bestätigen.

© Premium Graphics / stock.adobe.com / generated AI

Diagnose mit künstlicher Intelligenz

KI-Sprachmodell unterstützt bei der Fibromyalgie-Diagnose