Kommentar zu US-Studie

Grippeimpfung beugt Herzkrankheiten vor

Schwere Grippeverläufe sind oft mit kardiovaskulären Ereignissen assoziiert. Impfen schützt daher potenziell vor Herz- und Hirninfarkt.

Wolfgang GeisselVon Wolfgang Geissel Veröffentlicht:

Schwere Verläufe von Influenza werden vor allem mit respiratorischen Komplikationen wie Pneumonien assoziiert. Eine US-Studie bestätigt jetzt, dass vor allem auch kardiovaskuläre Ereignisse zur hohen Morbidität und Mortalität von Influenza beitragen. Nach einer Analyse der US-Registerdaten von über 80.000 stationär behandelten Patienten mit laborbestätigter Influenza hatte jeder Achte davon in der Klinik ein kardiovaskuläres Ereignis. Gut 31 Prozent der Betroffenen mussten dabei intensivmedizinisch behandelt werden und insgesamt 7 Prozent der Betroffenen sind gestorben. Influenza hatte dabei sowohl ein bestehendes Herzkreislauf-Leiden verschlimmert als auch eine neue Erkrankung ausgelöst.

Die Grippeimpfung wird daher schon lange von kardiologischen Fachgesellschaften bei Risikopatienten zur Sekundärprävention von Herzkreislauf-Ereignissen empfohlen. Experten schätzen, dass damit 15 bis 45 Prozent der kardiovaskulären Ereignisse verhindert werden könnten. Dies wäre ein ähnlich großer präventiver Effekt wie der von Statinen, Antihypertensiva oder auch Raucherentwöhnung. Allerdings beruhen die meisten Daten zu Influenza auf Beobachtungsstudien; prospektive placebokontrollierte Untersuchungen zur Effizienz der Grippeimpfung gibt es dazu nicht.

Trotzdem: Die Grippe-Impfung hat besonders auch bei kardiovaskulären Risikopatienten nicht den hohen Stellenwert, den sie verdient. Es spricht viel dafür, das zu ändern!

Schreiben Sie dem Autor: wolfgang.geissel@springer.com

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