WHO-Tabakbericht

Grüne fordern bessere Prävention von Tabakkonsum

Nach Ansicht der Grünen sind die Tabakpräventionsmaßnahmen der Bundesregierung nicht ausreichend. Anlass zur Kritik ist der jüngste Welttabakbericht der WHO.

Veröffentlicht: 29.07.2019, 12:45 Uhr

Zum Welttabakbericht der WHO, der Ende vergangener Woche vorgestellt worden ist, erklärt Kirsten Kappert-Gonther, Sprecherin für Drogenpolitik und Gesundheitsförderung in einer Mitteilung: „Jedes Jahr sterben in Deutschland über 100.000 Menschen an den Folgen des Rauchens. Fast jede vierte erwachsene Person raucht, Männer häufiger als Frauen, finanziell Arme häufiger als Reiche. Der Raucheranteil könnte stärker zurückgehen, wenn die Tabakpräventionsmaßnahmen konsequenter wären.“

Lesen Sie dazu auch: WHO-Bericht zum Tabakkonsum

Der WHO-Bericht habe erneut bestätigt, dass Werbeverbote wirken und zur Senkung des Tabakkonsums beitragen, so Kappert-Gonther weiter. Doch in Deutschland sei – als letztem Land in der EU – die Außenwerbung für Tabakprodukte immer noch erlaubt.

Kritisch sieht die Grünen-Politikerin zudem die Zunahme beim Konsum neuer Tabak- und Nikotinprodukte, wie Tabakerhitzer und E-Zigaretten. Die Konzerne sprächen mit ihrer Werbung dafür auch Kinder und Jugendliche an.

Da die Koalition den Grünen Gesetzentwurf für ein Tabakwerbeverbot – nur einen Tag nachdem Angela Merkel sich dafür ausgesprochen habe – abgelehnt habe, sei die Bundesregierung nun am Zug, einen eigenen Vorschlag auf den Weg zubringen, heißt es in der Mitteilung.

Zugleich wurde darin das Unverständnis hervorgehoben, dass Arzneimittel zur Überwindung der Nikotinabhängigkeit nicht von der gesetzlichen Krankenversicherung bezahlt werden dürften. Dieses Verbot müsse aufgehoben werden, fordern die Grünen, damit die ärztlich begleitete Rauchentwöhnung besser durch wirksame Medikamente ergänzt werden könne. (run)

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Kommentare
Dr. Detlef Bunk

Grüne Verlogenheit

Wie passt das zusammen? Forderung der Grünen nach Cannabislegalisierung vs. Forderung von Tabak-Werbeverbot zur Senkung des Tabakkonsums.
Dr. Detlef Bunk,
Essen, Psycholog. Psychotherapeut


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