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Gute Argumente, die den Tabak-Verzicht erleichtern

Ein guter ärztlicher Rat kann so manche Raucher-Mythen entzaubern und so mitunter die Abstinenz fördern.

Von Werner Stingl Veröffentlicht:

Praktisch alle Raucher wissen, dass ihr Laster gefährlich ist. Aber sie haben auch Mythen, um ihr persönliches Risiko zu relativieren und subjektiv erträglicher erscheinen zu lassen. Betreuende Ärzte sollten nicht tadelnd, sondern Hilfe anbietend einen Strich durch falsche Rechnungen machen und mit den Mythen aufräumen.

  • Mythos 1: Ich rauche ja nur wenig. Dies ist ein häufig zu hörendes Argument, mit dem Raucher sich und ihren Arzt zu beruhigen versuchen. Aber erstens wird bei Suchtmitteln aus wenig leicht mehr und zweitens gibt es keine ungefährliche Rauchdosis. Darauf hat Dr. Markus Lobendanz von den Salzburger Landeskliniken bei einem vom Unternehmen Pfizer unterstützten Fortbildungssymposium in München zum Thema Raucherentwöhnung hingewiesen. So hätten etwa epidemiologische Untersuchungen gezeigt, dass Raucher, die regelmäßig pro Tag nur ein bis vier Zigaretten rauchen, ihr Risiko, an einer KHK oder einem Bronchialkarzinom zu sterben, im Vergleich zu gleichaltrigen Nierauchern in etwa verdreifachen.
  • Mythos 2: Auch Raucher werden steinalt. Dass auch Raucher vereinzelt sehr alt werden, lässt viele Suchtgenossen hoffen, zu eben diesen Begünstigten zu gehören. Die statistische Wahrscheinlichkeit dazu ist aber eben eher gering. Und das sollte man seinen rauchenden Patienten auch schonungslos klar machen, so Lobendanz. Rauchen führt dosisabhängig im Schnitt zu einer Lebenszeitverkürung von zehn Jahren. 81 Prozent aller Nichtraucher ist es vergönnt, ihren 70. Geburtstag zu erleben - aber nur 58 Prozent aller Raucher. Raucher, die es allerdings bis zum 40. Lebensjahr in die Abstinenz schaffen, gleichen ihre Überlebenskurve wieder der von Nierauchern an, lautet immerhin die motivierende gute Botschaft.
  • Mythos 3: In meinem Alter lohnt der Ausstieg nicht mehr. Wer es tatsächlich rauchend bis ins Seniorenalter geschafft hat, macht wiederum gern geltend, jetzt lohne sich ein Ausstieg ohnehin nicht mehr. Auch falsch, korrigierte Lobendanz. So sinkt etwa akut das kardiovaskuläre Risiko, und viele im Alter häufige Symptome chronischer Erkrankungen wie Atemnot, Angina pectoris oder Claudicatio intermittens bessern sich oft rasch und spürbar, wenn auf die täglichen Glimmstängel verzichtet wird. Letztlich könnte auch die unfallstatistische Tatsache, dass im Alter mit nachlassenden kognitiven, sensorischen und motorischen Fähigkeiten das Risiko steigt, beim Rauchen seine Wohnungseinrichtung und damit sich selbst, Familienmitglieder und Nachbarn in Brand zu setzen, den einen oder anderen Senioren motivieren, aufs Rauchen zu verzichten, so Lobendanz.
  • Mythos 4: Abrupter Rauchstopp in der Schwangerschaft schadet nur. Nicht wenige schwangere Raucherinnen glauben, mal irgendwo gelesen zu haben, dass für das Ungeborene ein plötzlicher intrauteriner Entzug schädlicher ist als mütterliches Weiterrauchen. Seriöse kontrollierte Studien kommen hierzu jedoch zum gegenteiligen Ergebnis, versicherte Lobendanz. Dabei erreichen Kinder von rauchenden Frauen, die bis zur 16. Schwangerschaftswoche abstinent geworden sind, statistisch sogar das gleiche Geburtsgewicht wie der Nachwuchs von Nieraucherinnen. Schwangere, die weiter rauchen, haben dagegen mit signifikanten Abstrichen an Größe und Gewicht ihrer Neugeborenen als Folge von Versorgungs- und Entwicklungsdefiziten zu rechnen.
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