Gute Ergebnisse mit Mycophenolat bei Lupus-Nephritis

BERLIN (grue). Patienten mit systemischem Lupus erythematodes (SLE) brauchen oft lebenslang eine immunsuppressive Therapie. Relativ gut vertragen wird offenbar die Substanz Mycophenolat, die zur Verhinderung von Abstoßungsreaktionen nach Organtransplantation verwendet wird.

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Auf eine längere Therapie mit Immunsuppressiva könne bei schweren Krankheitsverläufen nicht verzichtet werden, sagte Privatdozentin Dr. Gabriela Riemekasten von der Charité bei einer Veranstaltung in Berlin.

Denn in Kombination mit Steroiden habe sich dadurch die 5-Jahres-Überlebensrate von SLE-Patienten auf über 90 Prozent erhöht. Sieben von zehn leben heute sogar mehr als 20 Jahre mit der entzündlich-rheumatischen Systemerkrankung, sagte die Rheumatologin.

   Es gibt weniger akute Schübe, und die Sterberate ist verringert.
   

Der Preis dafür seien viele und teilweise schwere unerwünschte Wirkungen der Therapie. Bereits eine intermittierende Steroidtherapie, die allerdings in Deutschland kaum üblich sei, könne die Verträglichkeit deutlich verbessern. Patienten, die auch Cyclophoshamid erhalten, brauchten außerdem Uromitexan® als Blasenschutz und zur Vermeidung von Amenorrhoen eventuell GnRh-Analoga, sagte Riemekasten.

Neu sei der Ansatz, die entzündlich-atherogene Aktivität der Krankheit durch Statine zu senken und damit andere Medikamente teilweise einzusparen. Und schließlich werde überlegt, die problematischen Immunsuppressiva durch neuere Substanzen auszutauschen.

"Gute Ergebnisse gibt es mit Mycophenolat in der Langzeittherapie von Patienten mit Lupus-Nephritis", sagte Riemekasten. In einer Studie traten damit innerhalb von zwei Jahren im Vergleich zur Therapie mit Cyclophosphamid und Azathioprin weniger akute Schübe auf, und - im Unterschied zu Cyclophosphamid - auch weniger Todesfälle und Komplikationen mit Nierenversagen. Vermutlich sei Mycophenolat auch in der Induktionsphase, also in den ersten sechs Monaten der nierenschützenden Therapie, dem Cyclophosphamid überlegen.

"Es gibt damit weniger Infekte, und die Patienten bekommen keinen Haarausfall", so Riemekasten. Sie halte es für sinnvoll, SLE-Patienten gezielt mit Immunsuppressiva zu behandeln. "Patienten mit schweren Hautveränderungen brauchen vielleicht einen TNF-alpha-Antagonisten und Patienten mit schwerer Myositis den monoklonalen Antikörper Rituximab". Die klassischen Immunsuppressiva seien für die meisten Patienten mit mäßig schwerer Erkrankung niedrigdosiert eine gute Therapieoption.

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