Direkt zum Inhaltsbereich

HIV-Bekämpfung: Vakzine-Forscher geben nicht auf

BOSTON (ple). Seit mehr als zwei Dekaden arbeiten Vakzine-Forscher an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen HIV - bisher erfolglos. Die Forscher sind dennoch optimistisch, eines Tages einen wirksamen Impfstoff anbieten zu können.

Veröffentlicht:

In diesen Wochen jährt sich die Erstbeschreibung des Aids-Erregers HIV durch französische Forscher um Professor Luc Montagnier zum 25sten Mal (Science 220, 1983, 868).

Ganz anders als bei der medikamentösen Therapie sind die Forscher bei der Impfstoff-Entwicklung jedoch kaum vorangekommen. Das liegt nicht nur daran, dass viele HIV-Strukturen sehr variabel sind, sondern auch daran, dass noch immer nicht genau verstanden wird, welche Immunmechanismen den Aids-Erreger in Schach halten können.

Dass es die gibt, belegt die Tatsache, dass bei manchen HIV-Infizierten die Virusmenge über viele Jahre unter der Nachweisgrenze bleibt, sogar bis zu 25 Jahre lang, wie Professor Bruce Walker aus Boston und Professor Dennis Burton aus La Jolla berichten (Science 320, 2008, 760).

Erfolge mit Lebendimpfstoffen in Tiermodellen für Aids

Walker und Burton stützen ihren Optimismus bei der HIV-Vakzine-Entwicklung unter anderen auch auf die Erfolge in Tiermodellen. Zumindest mit Lebendimpfstoffen ist es bereits gelungen, die Tiere vor der Infektion mit dem Aids-Erreger zu schützen.

Allerdings sind derartige Impfstoffe für die Anwendung bei Menschen zu gefährlich. Schließlich gibt es HIV-Infizierte, deren B-Lymphozyten schützende Antikörper bilden, offenbar aber nicht in ausreichend hohen Titern. Aber auch das ist ein Hinweis dafür, dass die Entwicklung eines HIV-Impfstoffs nicht aussichtslos ist.

Trotz der Ende 2007 abgebrochenen STEP-Studie ist auch Dr. Seth Berkley, Präsident der International AIDS Vaccine Initiative, optimistisch, dass eine HIV-Vakzine möglich ist. Er erinnerte in einem Beitrag für das "Wall Street Journal" vor kurzem daran, dass die in der STEP-Studie erprobte Vakzine erst der zweite Impfstoff ist, dessen Wirksamkeit in einer Studie geprüft wurde. Weitere Impfstoffe seien in der Entwicklung. Allein in diesem Jahr ist der Beginn von drei Phase-I-Studien geplant.

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

© AndreasReh, Ljupco, tinydevil, shapecharge | istock

rHWI

Überzeugende Real-World-Daten zur Langzeitprophylaxe

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

© Dr_Microbe | Adobe Stock

In vitro-Studien

Antibiotikum mit antimykotischen Zusatznutzen

Anzeige | MIP Pharma GmbH
Therapie bei unkomplizierter Zystitis

© Dr_Microbe | Adobe Stock

Evidenz, Resistenz & Wirksamkeit

Therapie bei unkomplizierter Zystitis

Anzeige | MIP Pharma GmbH
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema

T2D-Therapie jetzt auch mit Semaglutid 2 mg

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novo Nordisk Pharma Gmbh, Mainz
Abb. 1: Empagliflozin reduzierte auch bei niedriger Ausgangs-eGFR die Progression der chronischen Nierenkrankheit (Test für Heterogenität/Trend: a) 12=0,06, p=0.81; b) 12=6,31, p=0,012)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [6]

Chronische Nierenkrankheit

SGLT2-Inhibition: Nephroprotektiv auch bei stark erniedrigter eGFR

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Ko KG, Ingelheim am Rhein
Abb. 2: Sekundärer Endpunkt der BOREAS-Studie: Veränderung der Lungenfunktion unter Dupilumab versus Placebo

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Typ-2-Inflammation bei COPD

Bessere Lungenfunktion und mehr Lebensqualität durch IL-4/-13-Hemmung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Berlin, und Regeneron GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Frau sitzt nachts auf ihrem Bett und schaut ins Licht ihrer Nachttischlampe.

© stokkete / stock.adobe.com

Von unten nach oben

Stufenschema bei Insomnie: So bei Schlafstörungen therapieren

Nicht alles, was im Internet kursiert, stimmt auch – gerade wenn es um Gesundheitsfragen geht. Augen auf und hinterfragen!

© peterschreiber.media / stock.adobe.com

Kohlenhydrate, Apfelessig, Gottesnahrung und Süßstoffe

Vier Ernährungs- und Blutzuckermythen im Faktencheck