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Frankreich

HIV-Infektion zum ersten Mal live beobachtet

Französische Forscher haben das HI-Virus sozusagen "in flagranti" beobachtet.

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PARIS. Forschern der Universität Paris ist es gelungen, eine Infektion der Urethra-Schleimhaut durch das HI-Virus zu rekonstruieren und zu filmen. Für dieses Experiment haben die Forscher eine mit dem HI-Virus infizierte Zelle mit einem Teil eines rekonstruierten organischen Gewebes der männlichen Urethra-Schleimhaut in Kontakt gebracht, teilt die wissenschaftliche Abteilung der Französischen Botschaft in Deutschland mit.

Der nach eigenen Angaben bekannte aber bisher wenig beobachtete Prozess verlaufe wie folgt: Die infizierte Zelle werde mit einer Epithelzelle des Gewebes in Berührung gebracht und klammere sich an diese, indem sie die virologische Synapse, eine gemeinsame Tasche um beide Zellen, bildet. Diese Ummantelung der Membran stimuliere in der infizierten Zelle sogleich die Produktion von HI-Viren. Der Virus breite sich dann "wie aus einer Pistole geschossen", so die Autoren, über die Synapse aus (Cell Reports 2018; online 8. Mai).

Dieser als "Shoot" bezeichnete Vorgang des HI-Virus infiziere nicht die Epithelzelle, sondern durchdringe diese nur, bevor es von Immunzellen hinter der Zelle "eingefangen" werde, die zu deren Rettung gekommen seien. Deshalb sei HIV so gefährlich: Es ziehe Zellen an, die auf der Suche nach infektiösen Erregern seien, kontaminiere diese und schwäche das Immunsystem langsam bis zum Stadium der Immunschwäche Aids ab, erinnert die Botschaft.

"Wir hatten eine ungefähre Idee, wie HIV eine Schleimhaut infiziert. Aber dies ist das erste Mal, dass wir die komplette Szene live verfolgen und exakt beobachten können, in welcher Reihenfolge die Dinge geschehen", wird Morgane Bomsel in der Mitteilung zitiert, Ko-Autorin und Molekularbiologin am Cochin Institut der Descartes-Universität in Paris.

Die genaue Rolle der Makrophagen sei eine der wichtigsten Entdeckungen des Experiments. Dank dieser gewonnenen Bilder könnten die Forscher die Strategie des Virus besser verstehen und bekämpfen, heißt es in der Mitteilung. (mmr)

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