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HIV geht auf die Gefäße

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Infektionen und Tumoren sind die typischen Begleiter bei Aids. Doch HIV-Infizierte auch erhöhte Risiken für Herzinfarkte und Schlaganfälle. Das Problem sind die Fresszellen.

BOSTON (rb). HIV-Patienten weisen oft nicht kalzifizierte atherosklerotische Läsionen der Koronarien auf; sie erleiden auch häufiger als Nichtinfizierte einen Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Dabei sind bestimmte Marker wie CD68 oder CD163 erhöht, die auf aktivierte Makrophagen hinweisen.

Forscher der Harvard Medical School haben mittels PET die Fluordesoxyglukose(FDG)-Aufnahme in der Aortenwand bei Infizierten und Nichtinfizierten untersucht (JAMA 2012; 308: 379).

Die FDG-Speicherung gilt als Maß für die Aktivität der Fresszellen. An dem Versuch nahmen 27 HIV-Patienten teil. 27 HIV-negative Probanden mit vergleichbarem kardiovaskulärem Risiko und 27 HIV-negative Atherosklerose-Patienten bildeten die Kontrollgruppen.

In den Aortenwänden der HIV-Patienten gab es - ähnlich wie bei den Atherosklerose-Patienten - deutlich stärkere Entzündungsreaktionen als bei HIV-Negativen mit gleichem Risikoscore: Bei ihnen lag die FDG-Aufnahme um etwa 20 Prozent höher.

An der Therapie liegt es wohl nicht

Alle HIV-Patienten waren unter antiretroviraler Therapie (ART) gut eingestellt. Doch selbst bei geringem kardiovaskulären Risiko (höchstens fünf Prozent für ein Ereignis binnen zehn Jahren) zeigten sich im PET verstärkte arterielle Entzündungszeichen.

Auf Risikoscores wie den Framingham Risk Score ist bei HIV-Infizierten offenbar kein Verlass. "Unsere Studie zeigt, dass eine HIV-Infektion mit einer hochgradigen Entzündung in den Arterienwänden assoziiert ist", so die Forscher.

Sie vermuten, dass aktivierte Monozyten und Makrophagen bei HIV-positiven Patienten zur subklinischen Atherosklerose und zum erhöhten kardiovaskulären Risiko beitragen.

"Einen direkten Effekt der ART auf die arterielle Entzündung können wir zwar nicht vollständig ausschließen", schreiben die Forscher weiter.

Wahrscheinlich sei eine solche Wirkung aber nicht, da sich die ART in früheren Studien als entzündungshemmend erwiesen habe.

Zudem hätten die Risikoscores der HIV-Patienten generell niedrig gelegen. Daher schieden auch indirekte Effekte so gut wie aus.

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