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Urologen-Präsident

Harnblasenersatz am Scheideweg

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DÜSSELDORF. Muss bei Patienten mit Harnblasen-Ca die Blase entfernt werden, kann der kontinente Harnblasenersatz die Lebensqualität weitestgehend erhalten. DGU- und Kongresspräsident Professor Stephan Roth thematisiert die komplexe Op-Technik beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Urologie (DGU) im September in Hamburg, denn er fürchtet um den Erhalt dieser rekonstruktiven operativen Expertise.

"Natürlich können Ersatzblasen nie so gut sein wie die eigene gesunde Blase, aber sie ermöglichen den Patienten einen zufriedenstellenden Ersatz ohne das Stigma des Urinbeutels. Besonders jüngere Patienten und Patientinnen profitieren bei einer kontinenten Harnableitung von einer hohen Lebensqualität; die körperliche Integrität bleibt erhalten, sie können Sport treiben, sogar unbelastet Schwimmen gehen", wird Roth in einer Mitteilung der DGU vorab zum Kongress zitiert.

Die funktionserhaltende Op, bei der der Blasenersatz an die Harnröhre angeschlossen werden kann, biete sich vorwiegend bei Männern an. Bei Frauen sei die Bauchnabelblase die Urinableitung der ersten Wahl, erinnert die Deutsche Gesellschaft für Urologie (DGU).

 "Hierbei wird ebenfalls aus Darm ein Reservoir konstruiert, das dann über ein Darmsegment so im Bauchnabel verbunden wird, dass die Patientin keinen Urin verliert, sondern alle drei bis fünf Stunden schmerzfrei über einen kleinen Katheter aktiv den Urin ablässt", erläutert DGU-Präsident Professor Stephan Roth die komplexe Op.

"Gerade die deutsche Urologie hat auf diesem Gebiet unglaublich viele Techniken entwickelt", so Roth in der Mitteilung der DGU. "Allerdings muss ich mit Bestürzung feststellen, dass dieses operative Wissen und die operativen Fähigkeiten mehr und mehr in Vergessenheit zu geraten drohen.

Ob dies kritischeren Indikationen, Veränderungen in der operativen Weiterbildung, der aufwendigen Technik oder dem Zeitdruck und damit der Ökonomisierung in den urologischen Kliniken geschuldet ist, wollen wir auf dem Hamburger DGU-Kongress in einem eigenen Forum diskutieren."

Roth sieht die operative Urologie hier an einem Scheideweg: "Wir dürfen die große urologische Expertise in der Rekonstruktion von Harnblasen unseren Patienten, darunter sind auch viele junge Frauen mit fortgeschrittenen gynäkologischen Tumoren mit Blasenbeteiligung, auch in der Zukunft nicht vorenthalten.

Sie bedeutet für viele Betroffene entscheidende Lebensqualität. Wir operativen Lehrer müssen dieses Problem deshalb bei der Gestaltung des Generationenwechsels thematisieren." (eb)

DGU-Kongress;: Forum 10, Harnableitung; 24.09.; 13.30-15.00 Uhr, CCH, Saal E; www.dgu-kongress.de;

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