Internet-Forum

Hautkrankheit nach Impfung und nach Infekt: Kann ein Säugling weiter geimpft werden?

Veröffentlicht:

Eine Kollegin fragt im Internet:

Frage: Ein jetzt zwölf Monate altes Kind bekam im Alter von neun Monaten ein Erythema exsudativum multiforme minor, und zwar einen Tag, nachdem es gleichzeitig jeweils die dritte Impfung mit Sechsfach-Impfstoff und Prevenar® erhalten hatte. Die Laborwerte waren im Normbereich, das IgE unauffällig. Mit sieben Monaten hatte das Kind nach einem Infekt eine leichte Form von Purpura Schönlein-Henoch. Jetzt gab es nach einer Infektion keine Hauterscheinungen. Kann man nun nach den STIKO-Empfehlungen normal weiterimpfen?

Dr. Jan Leidel: Es gibt keine belastbaren Daten zur Beantwortung Ihrer Frage. Das Erythema exsudativum multiforme (EEM) ist eine nicht allzu seltene Erkrankung in der Bevölkerung (Prävalenz etwa 1 : 1 000 bis 1 : 10 000). Die Ursachen sind nach wie vor nicht sicher bekannt. Oft tritt es als unerwünschte Wirkung von Arzneimitteln oder nach bakteriellen Infektionen (besonders durch Streptokokken) oder viralen Infektionen (besonders durch Herpes simplex Typ 1) auf. Auch nach Impfungen wird es gelegentlich beobachtet.

Die STIKO führt das EEM in ihren "Hinweisen zum Aufklärungsbedarf über mögliche unerwünschte Wirkungen bei Schutzimpfungen" auf unter der Rubrik "Krankheiten/Krankheitserscheinungen in ungeklärtem ursächlichen Zusammenhang mit der Impfung" besonders bei den Impfungen gegen Masern, Röteln, Mumps, Varizellen und deren Kombinationen.

Unter den ersten 1 873 Fällen, die das Paul-Ehrlich-Institut in seiner Datenbank über unerwünschte Arzneiwirkungen (UAW) von Schutzimpfungen aufgeführt hatte, waren 12 Fälle von EEM nach ganz unterschiedlichen Impfstoffen, darunter dreimal Infanrix® hexa (einmal in Kombination mit Prevenar®).

Es gibt keine Kenntnisse darüber, wie wahrscheinlich eine Wiederholung dieser UAW nach einer erneuten Impfung ist. Allerdings halte ich nach einer Bewertung der mir zur Verfügung stehenden Daten diese Wahrscheinlichkeit für gering. Da andererseits die Krankheiten, gegen die durch die Impfungen ein Schutz erreicht werden soll, durchaus mit nicht unerheblichen Risiken verbunden sind, würde ich dazu tendieren, normal nach STIKO-Empfehlungen weiter zu impfen.

Tipps zur Aufklärung über mögliche unerwünschte Impf-Wirkungen unter www.rki.de "Hinweise zum Aufklärungsbedarf" (mit Anführungszeichen!) in die Suchmaske eingeben!

Nur für Fachkreise: Holen Sie sich Expertenrat im Fachforum Impfen

Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

© Getty Images

STIKO-Empfehlungen

Kommission fordert Grippeimpfung auch für gesunde Kinder

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Junge Frau spricht mit einer Freundin im Bus

© Getty Images

Update

Impflücken bei Chronikern

Chronisch krank? Grippeimpfung kann Leben retten

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

© Viatris-Gruppe Deutschland

Update

Neue Podcast-Folgen

Grippeschutz in der Praxis – Jetzt reinhören!

Anzeige | Viatris-Gruppe Deutschland
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Rückgang der generalisierten tonisch-klonischen Anfälle unter Cannabidiol + Clobazam

© Springer Medizin Verlag , modifiziert nach [1]

Real-World-Daten aus Deutschland zum Lennox-Gastaut- und Dravet-Syndrom

Cannabidiol in der klinischen Praxis: vergleichbare Wirksamkeit bei Kindern und Erwachsenen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Jazz Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Daten zur lipidologischen Versorgung von Patientinnen und Patienten mit hohem kardiovaskulärem Risiko aus der VESALIUS-REAL-Studie

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [7]

Kardiovaskuläre Prävention

Frühe Risikoidentifikation und konsequentes Lipidmanagement

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Amgen GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Autopsiestudie

So häufig wird der Krebs erst nach dem Tod erkannt

Lesetipps
Schulterschmerzen? Im höheren Alter ist die Polymyalgia rheumatica nach der Rheumatoiden Arthritis die häufigste entzündlich-rheumatische Erkrankung. (Symbolbild mit Fotomodellen)

© peopleimages.com / stock.adobe.com

Praxistipps

Schulterschmerzen: Die vertrackte, ärztliche Spurensuche