Direkt zum Inhaltsbereich

Im Mausmodell

Hemmung von miRNA schützt vor Herzfibrose

Ein hoher Spiegel von miR-29 löst im Mausmodell eine Herzfibrose aus. Durch eine Hemmung dieser microRNA lässt sich der negative Effekt wohl unterdrücken.

Veröffentlicht:

MÜNCHEN. MicroRNA 29 – kurz miR-29 – hat einen negativen Einfluss auf das Entstehen von Herzfibrosen: Diese treten seltener auf, wenn miR-29 im Mausmodell in Herzmuskelzellen gehemmt wurde, wie Forscher der Technischen Uni München (TUM) herausgefunden haben (Nat Comm 2017; 8:1614). Frühere Studien hätten dagegen den Schluss nahegelegt, dass ein niedriger miR-29-Spiegel Fibrosen auslöst, erinnert die TUM.

Im Mausmodell stellten die Forscher um Professor Stefan Engelhardt fest, dass Tiere, die von Geburt an besonders wenig miR-29 in ihren Zellen exprimierten, deutlich weniger anfällig für Herzfibrosen und Hypertrophien waren. Zu einer vergleichbaren Wirkung kam es, wenn miR-29 mit Medikamenten unterdrückt wurde.

"In weiteren Versuchen konnten wir außerdem zeigen, dass für diesen Effekt besonders miR-29 in Myozyten verantwortlich war", wird Studienautorin Yassine Sassi in der Mitteilung zitiert. Die Forscher nehmen an, dass miR-29 am Beginn des Wnt-Signalwegs steht. In gesunden Zellen ist diese Signalkette gewissermaßen stumm geschaltet. Wird der Wnt-Signalweg durch Stress aktiviert, bewirkt er unter anderem, dass besonders viele Fibrozyten gebildet werden.

Aufbauend auf den Ergebnissen wollen die Wissenschaftler weitere Effekte von miR-29 analysieren. Derzeit untersuchen sie, ob anti-miR-29 den Prozess umkehren kann, wenn bereits eine Herzfibrose vorliegt. Zudem wollen sie Methoden entwickeln, um künftig miR-29-basierte Medikamente in die Myozyten zu bringen. (eb)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG

Herzinsuffizienz

Erste klinische Studie belegt Wirksamkeit des Herzpflasters

Studie „gescheitert“

Wirkt Spironolacton bei HFpEF?

Das könnte Sie auch interessieren
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Signalkaskade der kardiovaskulären Inflammation

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [9]

Sekundärprophylaxe nach Herzinfarkt

Therapie der kardiovaskulären Inflammation senkt das Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APONTIS PHARMA Deutschland GmbH & Co. KG
Abb. 1-- Zeit bis zum ersten Ereignis (Tod durch jegliche Ursache oder kardiovaskuläres Ereignisb) in der Gesamtpopulation (a) bzw. in der Monotherapie-Population (b).

© Springer Medizin Verlag

Mit Vutrisiran früh kausal behandeln

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
SCD-PROTECT-Studie-- Frühe Phase nach Diagnose einer Herzinsuffizienz – deutlich höheres Risiko für den plötzlichen Herztod als in der chronischen Phase.

© Zoll CMS

SCD-Schutz in früher HF-Phase

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: ZOLL CMS GmbH, Köln
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Damit die Behandlung anschlägt

Intensivierung bei therapieresistenter Hypertonie: Wie vorgehen?

Mythos mit Nebenwirkungen

Verdacht auf Histaminintoleranz: Wie Sie jetzt vorgehen

Fettleibigkeit beginnt im Gehirn

Adipositas: Wechselspiel zwischen Genetik, Hirn und Mikrobiom

Lesetipps