Studie / Elterntraining

Hilft die Hilfe für psychisch kranke Eltern auch den Kindern?

Kinder psychisch kranker Eltern stehen im Mittelpunkt eines neuen Forschungsvorhabens unter Leitung der Uni Marburg. Getestet werden soll ein spezielles Elterntraining.

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Fachleute schätzen, dass etwa 25 Prozent der Minderjährigen in der Bundesrepublik ein psychisch erkranktes Elternteil haben.

Fachleute schätzen, dass etwa 25 Prozent der Minderjährigen in der Bundesrepublik ein psychisch erkranktes Elternteil haben.

© spwidoff / stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodellen)

MARBURG. Ein Forschungsteam aus Marburg, Gießen und drei weiteren deutschen Universitäten möchte herausfinden, ob sich ein spezielles Elterntraining positiv auf die Kinder von Personen auswirkt, die an einer psychischen Erkrankung leiden. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) fördert das Projekt "COMPARE-family" unter Leitung von Psychologie-Professorin Dr. Hanna Christiansen von der Philipps-Universität Marburg in den kommenden vier Jahren mit mehr als zwei Millionen Euro.

Fachleute schätzen, dass etwa 25 Prozent der Minderjährigen in der Bundesrepublik ein psychisch erkranktes Elternteil haben. "Für diese Kinder und Jugendlichen ist es besonders schwer zu verstehen, warum Mama oder Papa sich plötzlich anders verhalten als bisher, nicht mehr mit ihnen spielen oder lachen können", so Projektleiterin Christiansen in einer Mitteilung der Universität. Viele dieser Kinder müssten mehr Verantwortung übernehmen, als es in ihrem Alter angemessen sei. Die Belastungen können sich in Schulversagen, stressverbundenen Krankheiten oder Verhaltensauffälligkeiten niederschlagen.

"Es ist dringend notwendig, präventive Angebote zu initiieren, um den Teufelskreislauf zu durchbrechen und zu verhindern, dass die Kinder selbst erkranken", betont Christiansen. "Faktisch bestehen in unserem Gesundheitssystem jedoch kaum Möglichkeiten, sich diesen Kindern zu widmen, solange sie selbst noch nicht erkrankt sind."

Auch in der Forschung wurde das Thema bislang kaum behandelt. Nun sollen Eltern, die unter einer psychischen Störung leiden und Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren haben, in einer multizentrischen Studie psychotherapeutisch behandelt werden. Die Hälfte der Eltern erhält zusätzlich ein Elterntraining, das sogenannte Positive Erziehungsprogramm "Triple P". Teilnehmen können Eltern mit einer psychischen Erkrankung, die Kinder im Alter zwischen 6 und 12 Jahren haben und sich einer ambulanten psychotherapeutischen Behandlung unterziehen wollen. Für die Eltern ist die therapeutische Behandlung kostenlos, sie wird von den Krankenkassen getragen.

Für die Studie sucht das Marburger Wissenschaftlerteam noch Teilnehmerinnen und Teilnehmer. (run)

Weitere Infos unter: https://www.uni-marburg.de/fb04/team-christiansen/compare

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