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Forschung

Hilft eine Diät gegen allergisches Asthma?

Kann allergisches Asthma mit einer speziellen Ernährung weniger heftig ausfallen? Bonner Wissenschaftler haben eine Theorie an Mäusen getestet.

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Innate Lymphoid Cells (blaue Zellkerne) nehmen Fetttröpfchen (grün) zur Membrangenese auf.

Innate Lymphoid Cells (blaue Zellkerne) nehmen Fetttröpfchen (grün) zur Membrangenese auf.

© Dr. Fotios Karagiannis / Uni Bonn

Bonn. Eine spezielle Diät könnte Betroffenen gegen allergisch bedingtes Asthma helfen. Zu diesem Schluss kommen die Wissenschaftler um Professor Christoph Wilhelm vom Universitätsklinikum Bonn nach einer Studie mit Mäusen (Immunity 2020; online 7. April). Die Forscher untersuchten die Stoffwechselprozesse von Innate Lymphoid Cells (ILC), heißt es in einer Mitteilung anlässlich der Veröffentlichung der Studie.

„Wir haben untersucht, welche Stoffwechselprozesse in den ILC aktiv sind, wenn sie in den Vermehrungsmodus schalten“, wird Dr. Fotios Karagiannis in der Mitteilung zitiert. Wie bekannt sind ILCs wichtig für die Kontrolle und Aufrechterhaltung der Barriere-Immunität. Bei einer chronischen Aktivierung, etwa bei einer allergischen Reaktion, kann bei den den Typ-2-ILCs eine deutliche metabolische Signatur beobachtet werden: Zur Proliferation nehmen sie große Mengen Lipide und Glukose auf. Dieser Stoffwechsel ist durch das Interleukin-33 geprägt. In der Folge kommt es zu einer starken Produktion von Mucin in der Lunge, heißt es in der Mitteilung.

Fettbasierter Stoffwechsel

Wilhelm und seine Kollegen setzten asthmatische Mäuse auf eine ketogene Diät, die hauptsächlich aus Fetten, aber kaum aus Proteinen und Kohlenhydraten bestand. So solle sich der Stoffwechsel auf Fettverbrennung umstellen und die Neubildung von Membranen verhindert werden.

Ergebnis: Die Teilungsaktivität der ILC habe sich bei den Nagern unter der ketogenen Diät reduziert. „Normalerweise erhöht sich bei Kontakt mit Allergenen die Zahl der ILC in den Bronchien um das Vierfache“, wird Wilhelm in der Mitteilung zitiert. In den Versuchstieren sei die Anzahl jedoch konstant geblieben. Auch die Mukusproduktion und andere Asthmasymptome hätten sich entsprechend verringert.

Zusammenhang zwischen Ernährung und Prävalenz?

Man habe die ketogene Ernährung als eine wirksame Interventionsstrategie bei Atemwegsentzündungen identifiziert, heißt es in der Studie. Die Wissenschaftler spekulieren nun, ob die steigende Prävalenz von Asthma mit der zucker- und fettreicheren Ernährung in den letzten Jahrzehnten zusammenhängt. Als nächsten Schritt wollen die Ärzte herausfinden, ob ketogene Ernährung Asthmaschübe verhindern könne. (eb)

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