Hepatitis A/B/C...

Hohe HBV-Gefahr in Südostasien, China und Afrika

Veröffentlicht: 26.09.2011, 16:22 Uhr

Das Risiko, sich auf Reisen mit Hepatitis-B-Viren zu infizieren, ist in vielen Ländern immer noch hoch.

Von Privatdozent Tomas Jelinek

Weltweit haben nach Angaben der WHO zwei Milliarden Menschen, also knapp ein Drittel der gesamten Menschheit, bereits eine Infektion mit dem Hepatitis-B-Virus (HBV) durchlaufen.

350 Millionen Menschen sind chronisch infiziert und bis zu einer Millionen Infizierte sterben jährlich an den Folgekrankheiten von Hepatitis B und Hepatitis C: Leberzirrhose und Leberzell-Karzinom.

In Europa ist aufgrund der in vielen Ländern als Standard eingeführten Kinderimpfung gegen Hepatitis B die Inzidenz der Krankheit zurückgegangen.

Übertragung in Deutschland durch Geschlechtsverkehr

In Deutschland wurden dem Robert Koch-Institut im vergangenen Jahr 1843 Hepatitis-B-Fälle gemeldet. Im Jahr 2000 lagen die Erkrankungszahlen noch bei über 4600.

In Deutschland sind 0,6 Prozent der Menschen HBsAg-positiv, also potentiell infektiös. Hierzulande wird das HBV meist durch Sexualkontakte übertragen.

In vielen außereuropäischen Ländern ist die Infektion hingegen oft auf die Verwendung kontaminierter Injektionsmaterialien zurückzuführen.

Höheres Infektionsrisiko bei Langzeitaufenthalten

Die höchsten Prävalenzen der Hepatitis B finden sich in Teilen Chinas, in Südostasien und im tropischen Afrika. Aber auch im Amazonasgebiet, in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion sowie in Süd- und Osteuropa sind die Infektionsraten hoch.

Reisende in Regionen mit hoher Hepatitis-B-Prävalenz sollten sich gegen die Infektionskrankheit impfen lassen, wenn zusätzliche Risikofaktoren hinzutreten.

Dazu zählen Langzeitaufenthalte (mehr als ein Monat) mit engem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung, mögliche riskante Sexualkontakte oder eine Tätigkeit im medizinisch-sozialen Bereich.

Zu erwägen ist eine Impfung auch dann, wenn eine erhöhte Wahrscheinlichkeit besteht, auf der Reise medizinische Hilfe in Anspruch nehmen zu müssen, wie es bei chronischen Grunderkrankungen der Fall sein kann.

Infos zur Reisemedizin: www.crm.de

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