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Minimal invasiv ja, harmlos nein

Hohe Komplikationsraten bei Knie-Arthroskopie

Arthroskopische Eingriffe am Knie gelten als minimal invasiv. Deswegen müssen sie aber noch lange nicht mit einer minimalen Komplikationsrate einhergehen, wie eine US-Studie zeigt.

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Knie-Arthroskopie: Rekonstruktionen des hinteren Kreuzbandes führten in der US-Studie in jedem fünften Fall zu Schwierigkeiten.

Knie-Arthroskopie: Rekonstruktionen des hinteren Kreuzbandes führten in der US-Studie in jedem fünften Fall zu Schwierigkeiten.

© Mathias Ernert, Orthopädische Universitätsklinik

PITTSBURGH. Gegenüber jenen in früheren Studien nehmen sich die Komplikationsraten in aktuellen Untersuchungen zu arthroskopischen Eingriffen am Knie durchweg höher aus.

Eine Erklärung dafür lautet, dass viele komplizierte Operationen, früher offen vorgenommen, nun minimal invasiv erledigt würden.

Auf ähnliche Weise rechtfertigt eine Studiengruppe um den Sportmediziner Christopher Harner vom University of Pittsburgh Medical Center ihre aus Daten des American Board of Orthopaedic Surgery auf 4,7% errechnete Rate von Zwischenfällen und Folgekomplikationen nach Knieeingriffen per Arthroskop.

Fast 93.000 solcher Eingriffe aus den Jahren 2003 bis 2009 gingen in die Analyse ein. Damit verknüpft waren rund 4300 Komplikationen (Am J Sports Med 2013; online 27. November).

Schwankungen je nach Art des Eingriffs

Je nach Art des Eingriffs schwankten die Quoten allerdings nicht unerheblich. Rekonstruktionen des hinteren Kreuzbandes führten in jedem fünften Fall (20,1%) zu Schwierigkeiten, gefolgt von Rekonstruktionen des vorderen Kreuzbandes (9,0%).

Meniskusreparaturen waren mit einer Komplikationsrate von 7,6%, Chondroplastiken mit einer Quote von 3,6% und Meniskektomien mit einem Anteil von 2,8% behaftet.

Chirurgische Komplikationen traten mit einer absoluten Rate von 3,7% - entsprechend einem relativen Anteil von knapp 80% aller Komplikationen - am häufigsten auf.

Hierzu zählten unter anderem Blutungen, Frakturen, Implantatversagen, Infektionen und Ischämien. 0,77% der Eingriffe wurden von medizinischen Problemen begleitet, wozu etwa zerebrovaskuläre Zwischenfälle, Herzinfarkte, Pneumonien oder Nierenversagen gehörten.

Eine Lungenembolie ereilte 0,11% der Operierten. Die häufigste Einzelkomplikation waren Infektionen (0,84%).

Die operierenden Ärzte waren noch keine Fachärzte

"Eine Kniearthroskopie ist kein harmloser Eingriff", schreiben Harner und seine Kollegen in ihrem Fazit. Den Patienten müsse das Risiko klar sein.

Anzumerken ist freilich, dass die operierenden Ärzte in dieser Studie noch keine Fachärzte waren, obzwar sie unmittelbar vor der Abschlussprüfung standen.

Außerdem reichte die Zeitspanne, in der Komplikationen registriert wurden, von 30 bis 210 Tagen.

Üblicherweise endet die Frist, innerhalb deren Komplikationen auf einen chirurgischen Eingriff bezogen werden, 30 Tage nach der Operation. (rb)

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