Hoher Östrogen-Spiegel heißt hohes Brustkrebs-Rezidivrisiko

Veröffentlicht:
Körperliche Aktivität senkt den Östrogen-Spiegel - erwünscht bei Frauen mit Brustkrebs.

Körperliche Aktivität senkt den Östrogen-Spiegel - erwünscht bei Frauen mit Brustkrebs.

© Foto: Marco Antonio Fdeza www.fotolia.de

NEU-ISENBURG (ikr). Frauen mit Brustkrebs, die ein Rezidiv bekommen, haben nach aktuellen Studiendaten viel höhere Östrogenspiegel als rezidivfreie Frauen. US-Experten empfehlen daher Sport und Gewichtsreduktion zur Senkung des Östrogenspiegels, und zwar selbst bei Frauen, die eine adjuvante Antiöstrogen-Therapie erhalten.

Die mehr als 3000 Teilnehmerinnen der WHEL*-Studie wurden nach der Diagnose eines invasiven Mammakarzinoms mehr als sieben Jahre lang nachbeobachtet (Online-Publikation in "Cancer Epidemio Biomarkers Prev"). 153 Frauen entwickelten in diesem Zeitraum ein Rezidiv. 94 Prozent dieser Frauen waren bereits in der Postmenopause und 77 Prozent östrogenrezeptorpositiv. 68 Prozent der Frauen hatten daher eine adjuvante Hormontherapie mit Tamoxifen erhalten.

Im Vergleich zu 153 rezidivfreien Kontrollpersonen hatten die Frauen mit einem Rückfall zu Studienbeginn im Mittel doppelt so hohe Serum-Gesamtöstradiol-Spiegel: 22,7 pg/mL im Vergleich zu 10,8 pg/mL ohne Rezidiv. Die Frauen aus der Kontrollgruppe waren denen aus der Rezidiv-Gruppe ähnlich in puncto Lebensalter, BMI, Tumorstadium, Menopause- und Hormonrezeptorstatus sowie auch bezüglich der adjuvanten Therapie, wie das Team um Dr. Cheryl L. Rock in San Diego berichtet.

Die US-amerikanische Forscherin empfiehlt aufgrund der Studienergebnisse, Patientinnen mit Mammakarzinom zu Gewichtsreduktion und Sport zu raten. Denn dadurch werden die endogenen Östrogen-Spiegel bekanntlich gesenkt. Das gelte auch für Frauen, die eine adjuvante Hormontherapie mit einem Antiöstrogen erhalten, da diese den Östrogen-Spiegel offenbar häufig nicht ausreichend senke, so Rock.

*WHEL-Study: Women‘s Healthy Eating and Living Study

STICHWORT

Brustkrebs-Rezidiv

Lokalrezidive treten nach brusterhaltender Op und Bestrahlung bei fünf bis zehn Prozent der Betroffenen innerhalb von fünf Jahren auf. Im Median entstehen sie nach drei Jahren. Etwa zehn Prozent der Frauen haben zum Zeitpunkt der Diagnose eines Lokalrezidivs bereits Metastasen. (ikr)

Das könnte Sie auch interessieren
DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

© Matt LaVigne | iStock

Neue in-vitro-Daten

DMykG 2025: So dringt Bifonazol effektiv in die Nagelplatte ein

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

© Irina Esau | Getty Images/iStockphoto

Fokus: Integrität der Haut

Bifonazol: Antimykotikum mit antientzündlicher Wirkung

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

© Prof. Dr. med. Hans-Jürgen Tietz

Pilzinfektion Kopfhaut

Die Bedeutung von Bifonazol in der Therapie der Tinea capitis

Anzeige | Bayer Vital GmbH
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Potenzielle Schäden durch eine Influenza-Infektion an verschiedenen Organsystemen

© Springer Medizin Verlag

Impfen und Herzgesundheit

Mehr als nur Grippeschutz: Warum die Influenza-Impfung bei Menschen mit kardiovaskulären Erkrankungen so wichtig ist

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Frankfurt a. M.
Abb. 1: Mittlere Veränderung des DAS28-CRP bis Woche 52 gegenüber Ausgangswert (primärer Wirksamkeitsendpunkt)

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Anti-TNF-Therapie

Erstes Golimumab-Biosimilar erweitert Therapiespielräume bei RA, PsA, axSpA und pJIA

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Advanz Pharma GmbH, München
Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

© Oleh / stock.adobe.com

Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen

Zielgerichtete Interleukin-23p19-Inhibition

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Lilly Deutschland GmbH, Bad Homburg v.d.H.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

DEGAM-Leitlinie

So sollten Sie bei Schilddrüsenknoten vorgehen

„Demenz-Uhr“ erstellt

Bluttest könnte Alzheimerbeginn vorhersagen

Lesetipps
Ein Arzt füllt einen internationalen Impfpass aus.

© Alexander Raths / stock.adobe.com

Herzinfarkt-Prävention

Diabetes: Grippeimpfung schützt das Herz!

Maske

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Mutter mit MS: Kind gegen MMR impfen?