Menopause

Hoher Östrogen-Spiegel heißt hohes Brustkrebs-Rezidivrisiko

Veröffentlicht: 11.03.2008, 14:35 Uhr
Hoher Östrogen-Spiegel heißt hohes Brustkrebs-Rezidivrisiko

Körperliche Aktivität senkt den Östrogen-Spiegel - erwünscht bei Frauen mit Brustkrebs.

© Foto: Marco Antonio Fdeza www.fotolia.de

NEU-ISENBURG (ikr). Frauen mit Brustkrebs, die ein Rezidiv bekommen, haben nach aktuellen Studiendaten viel höhere Östrogenspiegel als rezidivfreie Frauen. US-Experten empfehlen daher Sport und Gewichtsreduktion zur Senkung des Östrogenspiegels, und zwar selbst bei Frauen, die eine adjuvante Antiöstrogen-Therapie erhalten.

Die mehr als 3000 Teilnehmerinnen der WHEL*-Studie wurden nach der Diagnose eines invasiven Mammakarzinoms mehr als sieben Jahre lang nachbeobachtet (Online-Publikation in "Cancer Epidemio Biomarkers Prev"). 153 Frauen entwickelten in diesem Zeitraum ein Rezidiv. 94 Prozent dieser Frauen waren bereits in der Postmenopause und 77 Prozent östrogenrezeptorpositiv. 68 Prozent der Frauen hatten daher eine adjuvante Hormontherapie mit Tamoxifen erhalten.

Im Vergleich zu 153 rezidivfreien Kontrollpersonen hatten die Frauen mit einem Rückfall zu Studienbeginn im Mittel doppelt so hohe Serum-Gesamtöstradiol-Spiegel: 22,7 pg/mL im Vergleich zu 10,8 pg/mL ohne Rezidiv. Die Frauen aus der Kontrollgruppe waren denen aus der Rezidiv-Gruppe ähnlich in puncto Lebensalter, BMI, Tumorstadium, Menopause- und Hormonrezeptorstatus sowie auch bezüglich der adjuvanten Therapie, wie das Team um Dr. Cheryl L. Rock in San Diego berichtet.

Die US-amerikanische Forscherin empfiehlt aufgrund der Studienergebnisse, Patientinnen mit Mammakarzinom zu Gewichtsreduktion und Sport zu raten. Denn dadurch werden die endogenen Östrogen-Spiegel bekanntlich gesenkt. Das gelte auch für Frauen, die eine adjuvante Hormontherapie mit einem Antiöstrogen erhalten, da diese den Östrogen-Spiegel offenbar häufig nicht ausreichend senke, so Rock.

*WHEL-Study: Women‘s Healthy Eating and Living Study

STICHWORT

Brustkrebs-Rezidiv

Lokalrezidive treten nach brusterhaltender Op und Bestrahlung bei fünf bis zehn Prozent der Betroffenen innerhalb von fünf Jahren auf. Im Median entstehen sie nach drei Jahren. Etwa zehn Prozent der Frauen haben zum Zeitpunkt der Diagnose eines Lokalrezidivs bereits Metastasen. (ikr)

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