Hormondepots halten Prostatakrebs in Schach

MÜNCHEN (sto). Für Männer mit hormonabhängigem Prostatakarzinom sind LHRH-Analoga eine wirksame Therapieoption. Etwa 80 Prozent der Patienten bleiben mit einer solchen Behandlung zwei bis vier Jahre lang in Remission.

Veröffentlicht:

Jedes Jahr wird in Deutschland bei etwa 50 000 Männern erstmals ein Prostatakarzinom diagnostiziert. Etwa 80 Prozent dieser Tumoren sind Testosteron-sensitiv. Eine Standardtherapie bei Patienten mit fortgeschrittenem hormonabhängigen Prostatakarzinom sind synthetische Analoga von LHRH (Luteinisierendes-Hormon-Releasing-Hormon).

LHRH-Analoga greifen spezifisch in den hormonellen Regelkreis ein, der die Bildung von Testosteron steuert. Mithilfe einer solchen Behandlung werde praktisch eine pharmakologische Hypophysektomie bewirkt, hat der Urologe Professor Alfons Hofstetter aus München berichtet.

Nach der Einnahme von LHRH-Agonisten komme es für ungefähr zwei bis drei Wochen zunächst zu einer Erhöhung des Testosteronspiegels. Da LHRH vom Körper nicht kontinuierlich ausgeschüttet wird, bewirke eine ständige Einnahme von LHRH-Agonisten eine Erschöpfung der LH-Ausschüttung, sodass die Testosteronproduktion schließlich eingestellt wird. Ziel der Behandlung sei die Absenkung des Serumtestosteron-Spiegels, der normalerweise bei 500 bis 700 ng/dl liegt, auf ein Niveau unter 50 ng/dl. Darauf hat der Urologe bei einer Veranstaltung des Unternehmens Hexal in München hingewiesen.

Die Wirkstoffe sind als Depot applizierbar - für einen oder drei Monate.

Bei etwa 80 Prozent der Patienten mit einem metastasierten Prostatakarzinom wird durch eine Hormontherapie mit LHRH-Agonisten eine Remissionsdauer von zwei bis vier Jahren erzielt. Und: Etwa zehn Prozent der betroffenen Patienten überleben mithilfe der Therapie bis zu zehn Jahre, sagte Hofstetter. Die Medikamente können zum Beispiel als Ein-Monats- oder als Drei-Monatsdepots appliziert werden.

Seit kurzem steht mit Leuprone® HEXAL® das LHRH-Analogon Leuprorelin als festes Polymer-Implantat zur Verfügung.

Mit LHRH-Analoga werde im Vergleich zur operativen Kastration die testikuläre Androgenproduktion zwar dauerhaft, aber nicht irreversibel supprimiert. Aus diesen Gründen werde die Hormonbehandlung oft auch einer operativen Kastration vorangestellt, um so die Wirksamkeit einer solchen Maßnahme zu prüfen.

Zu den unerwünschten Wirkungen vor allem zu Beginn einer Behandlung mit LHRH-Analoga gehören Hitzewallungen, Potenzschwäche, Brustschmerzen und Gynäkomastie. Durch eine dreiwöchige Behandlung mit Antiandrogenen könne der Testosteron-Anstieg in der Initialphase jedoch unterdrückt werden, sagte Hofstetter.

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

© samunella / stock.adobe.com

Metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom

PARPi plus ARPi: Nur bei BRCA-Mutation oder auch für Patienten ohne Mutation?

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pfizer Pharma GmbH, Berlin
Abb. 1: Reduktion von HWI-Rezidiven nach initialer Verordnung des Phytotherapeutikums im Vergleich zur initialen Verordnung eines Antibiotikums

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [1]

Real-World-Daten zu unkomplizierten Harnwegsinfektionen

Pflanzliches Arzneimittel: weniger Rezidive als unter Antibiotikum

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Repha GmbH Biologische Arzneimittel, Langenhagen
Abb. 1: Typische Laborbefunde bei paroxysmaler nächtlicher Hämoglobinurie (PNH)

© Springer Medizin Verlag GmbH, modifiziert nach [1, 7, 8]

Paroxysmale nächtliche Hämoglobinurie

Unklare Hämaturie – auch an PNH denken

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Novartis Pharma GmbH, Nürnberg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Halitosis

Was hinter Mundgeruch stecken kann

Lesetipps
Beratung Ärztin und Patientin

© Krakenimages.com / stock.adobe.com

Praktische Tipps

Beratungsfall Patientenverfügung – worauf es ankommt