Metaanalyse

Hypnose nutzt wohl Fibromyalgie-Kranken

Lindert Hypnose die Beschwerden bei Fibromyalgie? Eine Metaanalyse über neun Studien legt nahe, dass zumindest einige Patienten davon profitieren.

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REGENSBURG. Eine sehr alte Methode der psychotherapeutischen Schmerztherapie ist die Hypnose. Bei Fibromyalgiepatienten gelingt es damit offenbar bis zu einem gewissen Grad, Schmerzen und psychischen Stress zu reduzieren und auch den Nachtschlaf zu verbessern.

Hinweise darauf haben die Forscher – ein interdisziplinäres Team der Universitäten Regensburg, Bochum, Saarbrücken und der TU München – in einer Metaanalyse über neun randomisierte kontrollierte Studien (RCT) gefunden (Eur J Pain 2016; online 29. November).

457 Teilnehmer in Studien untersucht

An den aus Frankreich, Italien, Spanien und den Niederlanden stammenden Studien beteiligt waren insgesamt 457 Erwachsene mit einer Fibromyalgiediagnose gemäß den Kriterien des American College of Rheumatology.

Die Patienten waren im Schnitt zwischen 40 und 50 Jahre alt; über 90 Prozent waren Frauen. In allen Studien wurde die Intervention jeweils mit einer Kontrollgruppe verglichen, entweder Standardtherapie, Physiotherapie, autogenes Training, Aufmerksamkeitskontrolle oder "Warteliste".

Zu den primären Endpunkten gehörten unter anderen eine mindestens 50-prozentige Schmerzreduktion (gemessen als Risikodifferenz, RD), eine Verbesserung der krankheitsbezogenen Lebensqualität im Fibromyalgia Impact Questionnaire um mindestens 20 Prozent sowie psychischer Stress, angegeben als standardisierte mittlere Abweichung (SMD).

Sekundäre Endpunkte waren Schmerzlinderung um mindestens 30 Prozent, Reduktion der mittleren Schmerzstärke, "Akzeptieren" der Schmerzen, Selbstwirksamkeit sowie Fatigue und Schlafprobleme (jeweils SMD).

Hypnose scheint zu wirken

Sieben RCT mit 387 Teilnehmern konnten für eine Vergleichsanalyse zwischen Interventions- und Kontrollgruppen berücksichtigt werden. Wie die Autoren berichten, waren die Patienten nach Abschluss der Therapiesitzungen mit Hypnose bzw. Imagination den Kontrollgruppen in den primären Endpunkten Schmerzlinderung und Stress signifikant überlegen(RD = 0,24, SMD = –0,40; p jeweils0,008).

Ein "klinisch relevanter Nutzen", definiert als Risikoreduktion um mindestens 10 Prozent bzw. bei den kontinuierlichen Variablen als Effektstärke > 0,2, ergab sich nach Therapieende zudem für die Endpunkte mindestens 30-prozentige Schmerzlinderung (RD = 0,25), mittlere Schmerzintensität (SMD = –1,12), Fatigue (SMD = –0,46) und Schlafstörungen (SMD = –0,91).

Zwei Studien mit insgesamt 95 Teilnehmern wurden zusammengefasst, um den Effekt von Hypnose in Kombination mit kognitiver Verhaltenstherapie (CBT) im Vergleich zu CBT allein zu bewerten. Hier erwies sich die kombinierte Therapie als überlegen in der Reduktion von psychischem Stress (SMD –0,50). In den anderen Endpunkten zeigte sich kein signifikanter Unterschied.

Bei der Qualität der Studien mussten die Forscher große Abstriche machen: In den Imaginationsstudien wurden Audiokassetten zum täglichen Gebrauch eingesetzt, ohne jedoch die tatsächliche Nutzung durch den Patienten zu überprüfen.

Die Studiendauer variierte zwischen vier und zehn Wochen. Bei der Hypnose herrschte erhebliche Heterogenität bei Gesamtzahl und Frequenz der Sitzungen.

Insgesamt, so die Autoren, war die therapeutische Qualität nur bei drei RCT als hoch anzusetzen, in vier Fällen war sie mäßig und in zwei gering. (eo)

Ergebnisse einer Metaanalyse

Sieben RCT konnten für eine Vergleichsanalyse zwischenInterventions- und Kontrollgruppen berücksichtigt werden.

Nach Abschluss der Therapiesitzungen mit Hypnose bzw. Imagination waren die Patienten den Kontrollgruppen in den primären Endpunkten Schmerzlinderung und Stress signifikant überlegen.

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