Studie zu Klimawandel

Immer mehr Hitzetote in Deutschland

Auch wenn es gerade daraußen friert: Eine Studie führt nun vor Augen, dass mehr Tage pro Jahr mit großer Hitze und der demografische Wandel mehr Hitzetote in Deutschland nach sich ziehen.

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Hitzegrade auf dem Thermometer: 2018 gab es in Deutschland etwa 20.000 Todesfälle, die mit Hitze im Zusammenhang standen

2018 gab es in Deutschland etwa 20.000 Todesfälle, die mit Hitze im Zusammenhang standen, berichten Forscher.

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Berlin. Der Klimawandel könnte der Gesundheit in Deutschland einer Studie zufolge mehr zusetzen als bisher angenommen. So demonstrieren Modellrechnungen von Forschern, dass die Zahl der Hitzetoten in Deutschland im weltweiten Vergleich weit vorne liegt. Grund sei die Zunahme der Hitzetage pro Jahr in Kombination mit dem steigenden Anteil der Bevölkerung über 65 Jahre, schreiben die Forscher (Lancet 2020; online 2. Dezember).

Sie ermittelten für 2018 in Deutschland rund 20.200 Todesfälle bei über 65-Jährigen im Zusammenhang mit Hitze. Nur die zwei bevölkerungsreichsten Länder der Welt mit je rund 1,4 Milliarden Einwohnern lagen nach reinen Zahlen gesehen in dem Rechenmodell noch höher: China mit 62.000 und Indien mit 31.000 Hitzetoten. In die Kalkulation nahmen die Forscher unter anderem die tägliche Maximaltemperatur, den Anteil der über 65-Jährigen und das Sterberisiko dieser Altersgruppe durch Hitze auf.

„Deutliche Steigerung“

Mit Blick auf die Mittelwerte der Vorjahre sei der Wert für Deutschland eine deutliche Steigerung. In den Jahren 2014 bis 2018 habe die Zahl der Hitzetoten nach dieser Methode hierzulande im Schnitt bei 12.080 gelegen. Und das seien bereits 3640 Hitzetote mehr gewesen als im Durchschnitt der Jahre 2000 bis 2004. Nicht einkalkuliert sei dabei der Fakt, dass in Deutschland viele Menschen in Städten lebten, hieß es. Große Städte erhitzten sich mitunter noch stärker als die Werte, mit denen die Modellrechnung arbeite – insbesondere in der Nacht.

Dazu komme das Risiko, dass durch Hitze neue Infektionen auftauchen könnten. Dazu gehörten zum Beispiel Tropenkrankheiten, die durch bestimmte Mückenarten übertragen werden können, wenn sie in Deutschland überleben. Selbst wenn hierzulande noch keine einheimische Dengue-Fieber-Infektion registriert worden sei, gebe es im Vergleich der Zeiträume von 1950 bis 1954 und 2014 bis 2018 eine Steigerung der klimatischen Möglichkeiten dafür von fast 120 Prozent.
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Leicht zurückgegangen sei dagegen das Risiko, in Deutschland durch Luftverschmutzung vorzeitig zu sterben, heißt es in der Untersuchung. Durch Kohleverbrennung seien 2015 geschätzt 9280 Menschen in Deutschland früher gestorben, 2018 seien es geschätzt 8140 gewesen. (dpa)

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