Vergiftungen

Immer mehr Probleme mit Designerdrogen

Mehr als 37.000 Anfragen haben das Giftinformationszentrum-Nord im Jahr 2015 erreicht. Immer mehr Anfragen drehen sich dabei um das Thema Vergiftungen durch Designerdrogen.

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GÖTTINGEN. Immer mehr Menschen vergiften sich mit synthetisch hergestellten Drogen. Das teilt das Giftinformationszentrum-Nord in Göttingen (GIZ) in seinem Jahresbericht 2015 mit.

Die Zahl der Anfragen zu Vergiftungen durch sogenannte Designerdrogen oder synthetisch hergestellte Rauschmittel nimmt zu, hieß es. "Jedes Jahr kommen neue Drogen in immer anderen Zusammensetzungen auf den Markt. Synthetische Drogen verdrängen "klassische Drogen", wie Haschisch, Kokain oder Heroin", sagt Dr. Martin Ebbecke, einer der beiden Leiter des GIZ.

Mehr als 37.000 Anfragen

Insgesamt 37.839 Anfragen zu Vergiftungen haben die ärztlichen Berater des GIZ-Nord im Jahr 2015 erhalten und damit erneut mehr Anfragen als im Vorjahr beantwortet. Der 24-Stunden-Service wurde zu 57 Prozent von Bürgern und 43 Prozent von medizinischem Fachpersonal genutzt.

"Die Zahl der Anfragen von über 37.000 zeigt, wie notwendig eine fachliche Beratung und der Notfallservice ist. Die Resonanz belegt zudem, wie gut das GIZ in der Bevölkerung und bei den Ärztinnen und Ärzten bekannt und akzeptiert ist", sagen Ebbecke und Priv.-Doz. Dr. Andreas Schaper, der zweite Leiter des GIZ-Nord.

Oft sind Kinder betroffen

Der Jahresbericht des GIZ-Nord analysiert die Vergiftungsursachen, die Altersgruppen der Betroffenen und die Schwere der Vergiftungen. Oft sind Kinder betroffen. Die größte Vergiftungsgefahr geht für sie von chemischen Produkten, Arzneimitteln und Pflanzen aus. Bei Erwachsenen überwiegen klar Vergiftungen mit Arzneimitteln.

Die Hauptaufgabe des GIZ-Nord sei die Beratung im Vergiftungsfall, hieß es. Das GIZ-Nord ist eine Einrichtung der Länder Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein mit Sitz an der Universitätsmedizin Göttingen. (cben)

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