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Pneumokokken

Impf-Empfehlung besser umsetzen!

Trotz des hohen Risikos für eine Pneumokokken-Pneumonie sind nur wenige Senioren geimpft. Die STIKO appelliert daher für eine bessere Umsetzung der Impf-Empfehlungen.

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Das Risiko einer schwer verlaufenden Erkrankung an Pneumokokken ist bekanntermaßen altersabhängig. Besonders gefährdet sind Kinder in den ersten beiden Lebensjahren und ältere Menschen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Pneumokokken-Impfung daher für alle Personen ab 60 Jahren und für Säuglinge ab zwei Monaten. Auch chronisch Kranke Menschen, beispielsweise mit Lungen- oder Herzkrankheiten, Anfallsleiden oder einem behandlungsbedürftigen Diabetes, haben ein erhöhtes Risiko und sollten sich impfen lassen.

Gerade bei der größten Risikogruppe – den Senioren ab 60 Jahren – ist die Impfrate allerdings besonders niedrig: Der Versorgungsatlas des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland gibt für die Jahre 2010 bis 2014 bei den 60-64-Jährigen eine kumulierte Durchimpfungsrate von 10,2 Prozent an. "Eine bessere Umsetzung der Impf-Empfehlungen ist dringend wünschenswert", betont die STIKO daher im Epidemiologischen Bulletin zur Aktualisierung der Pneumokokken-Impfempfehlung für Senioren, das Ende 2016 erschienen ist.

Darin empfiehlt die STIKO für Personen ab 60 Jahren die alleinige Impfung mit dem 23-valenten Polysaccharid-Impfstoff PPSV23 (Pneumovax®23). Ergänzend zu bisherigen Empfehlungen rät die STIKO zudem zur Pneumokokken-Impfung mit PPSV23 für Personen mit beruflichen Tätigkeiten wie Schweißen und Trennen von Metallen. Neu ist auch der Rat für Wiederholungsimpfungen: Aufgrund der begrenzten Dauer der Impfung sollten weitere im Abstand von sechs Jahren erfolgen.

Der 13-valente Konjugat-Impfstoff PCV13 (Prevenar13®) war vor einigen Jahren ein Durchbruch für die Impfung von Säuglingen und Kleinkindern: Erstmals ließ sich damit ein Pneumokokken-Schutz bei einem unreifen Immunsystem erzielen. Seit 2015 ist PCV13 auch für die Prävention einer Pneumokokken-Pneumonie bei Erwachsenen ab 18 Jahren zugelassen. Bei Hochrisikopatienten empfiehlt die STIKO eine sequenzielle Pneumokokken-Impfung mit PCV13 gefolgt von PPSV23 nach sechs bis zwölf Monaten.

 Hochrisikopatienten sind dabei:

» Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten beziehungsweise Immunsuppression, wobei PPSV23 erst ab dem Alter von zwei Jahren gegeben werden sollte.

» Personen mit chronischen Erkrankungen im Alter von zwei bis 15 Jahren. Personen ab 16 Jahren sollten eine Impfung mit PPSV23 erhalten.

» Personen mit anatomischen und Fremdkörper-assoziierten Risiken für Pneumokokken-Meningitis (etwa Liquorfistel oder Cochlea-Implantat). PPSV23 sollte auch hier erst ab dem Alter von zwei Jahren gegeben werden. (bae/eis)

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