Pneumokokken

Impf-Empfehlung besser umsetzen!

Trotz des hohen Risikos für eine Pneumokokken-Pneumonie sind nur wenige Senioren geimpft. Die STIKO appelliert daher für eine bessere Umsetzung der Impf-Empfehlungen.

Veröffentlicht: 30.06.2017, 09:45 Uhr

Das Risiko einer schwer verlaufenden Erkrankung an Pneumokokken ist bekanntermaßen altersabhängig. Besonders gefährdet sind Kinder in den ersten beiden Lebensjahren und ältere Menschen. Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Pneumokokken-Impfung daher für alle Personen ab 60 Jahren und für Säuglinge ab zwei Monaten. Auch chronisch Kranke Menschen, beispielsweise mit Lungen- oder Herzkrankheiten, Anfallsleiden oder einem behandlungsbedürftigen Diabetes, haben ein erhöhtes Risiko und sollten sich impfen lassen.

Gerade bei der größten Risikogruppe – den Senioren ab 60 Jahren – ist die Impfrate allerdings besonders niedrig: Der Versorgungsatlas des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung in Deutschland gibt für die Jahre 2010 bis 2014 bei den 60-64-Jährigen eine kumulierte Durchimpfungsrate von 10,2 Prozent an. "Eine bessere Umsetzung der Impf-Empfehlungen ist dringend wünschenswert", betont die STIKO daher im Epidemiologischen Bulletin zur Aktualisierung der Pneumokokken-Impfempfehlung für Senioren, das Ende 2016 erschienen ist.

Darin empfiehlt die STIKO für Personen ab 60 Jahren die alleinige Impfung mit dem 23-valenten Polysaccharid-Impfstoff PPSV23 (Pneumovax®23). Ergänzend zu bisherigen Empfehlungen rät die STIKO zudem zur Pneumokokken-Impfung mit PPSV23 für Personen mit beruflichen Tätigkeiten wie Schweißen und Trennen von Metallen. Neu ist auch der Rat für Wiederholungsimpfungen: Aufgrund der begrenzten Dauer der Impfung sollten weitere im Abstand von sechs Jahren erfolgen.

Der 13-valente Konjugat-Impfstoff PCV13 (Prevenar13®) war vor einigen Jahren ein Durchbruch für die Impfung von Säuglingen und Kleinkindern: Erstmals ließ sich damit ein Pneumokokken-Schutz bei einem unreifen Immunsystem erzielen. Seit 2015 ist PCV13 auch für die Prävention einer Pneumokokken-Pneumonie bei Erwachsenen ab 18 Jahren zugelassen. Bei Hochrisikopatienten empfiehlt die STIKO eine sequenzielle Pneumokokken-Impfung mit PCV13 gefolgt von PPSV23 nach sechs bis zwölf Monaten.

 Hochrisikopatienten sind dabei:

» Personen mit angeborenen oder erworbenen Immundefekten beziehungsweise Immunsuppression, wobei PPSV23 erst ab dem Alter von zwei Jahren gegeben werden sollte.

» Personen mit chronischen Erkrankungen im Alter von zwei bis 15 Jahren. Personen ab 16 Jahren sollten eine Impfung mit PPSV23 erhalten.

» Personen mit anatomischen und Fremdkörper-assoziierten Risiken für Pneumokokken-Meningitis (etwa Liquorfistel oder Cochlea-Implantat). PPSV23 sollte auch hier erst ab dem Alter von zwei Jahren gegeben werden. (bae/eis)

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