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Kinder

Impfen auch bei Erkältung

"Banale" Infektionskrankheiten sind kein Grund, Impfungen bei Kindern aufzuschieben oder auszulassen, berichtet die Stiftung Kindergesundheit.

Veröffentlicht:

MÜNCHEN. An der Tatsache, dass viele Kinder nicht zeitgerecht oder nicht vollständig geimpft werden, sind auch die vielen Infekte schuld, die sie gerade in den ersten zwei Jahren ihres Lebens durchmachen müssen, teilt die Stiftung Kindergesundheit mit.

Sie werden von ihren Eltern nicht zu den vereinbarten Impfterminen gebracht, weil sie wieder einmal unter Husten und Schnupfen leiden, was besonders in den Wintermonaten häufig der Fall ist.

Auch viele Ärzte zögern in solchen Fällen, das Kind zeitgerecht zu impfen, aus Sorge, dass eine vermeintlich banale Infektion in Einzelfällen tatsächlich der Beginn einer komplizierten Infektionskrankheit sein könnte, heißt es in der Mitteilung.

Die dann auftretenden Beschwerden des Babys oder Kleinkindes könnten dann von den Eltern der vorausgegangenen Impfung und damit dem Arzt angelastet werden.

Das Hinausschieben anstehender Impfungen kann jedoch dazu führen, dass Kinder trotz der begonnenen Impfserie erkranken.

Es ist deshalb dringend nötig, die Grundimmunisierung bei Säuglingen und Kleinkindern frühzeitig zu beginnen, ohne Verzögerungen durchzuführen und zeitgerecht abzuschließen.

Gewöhnliche, "banale" Infektionskrankheiten sind kein Grund, Impfungen aufzuschieben oder auszulassen, betont die Stiftung Kindergesundheit.

Drei Kriterien

Eine Infektionskrankheit darf dann als lediglich "banal" angesehen werden, wenn folgende drei Punkte erfüllt sind:

- Das Kind hat kein Fieber oder es bestehen lediglich subfebrile Körpertemperaturen bis 38,5 Grad oder darunter.

- Dem Kind geht es gut oder es ist durch den Infekt nur wenig beeinträchtigt, das heißt, es trinkt, isst und verhält sich normal.

- Die Lebensumstände, zum Beispiel der häuslichen Umgebung oder eine vorangegangene Reise und die Untersuchung des Kindes durch den Arzt sprechen nicht für den Beginn oder das Vorliegen einer schweren Krankheit.

Das heißt: Trotz Schnupfen oder Husten kann das Kind ohne Gefahr am geplanten Impftermin geimpft werden. Selbst wenn sich die Erkältungssymptome verschlimmern sollten, sind keine zusätzlichen Schäden durch die Impfung zu erwarten, so die Stiftung.

Die Wirksamkeit der Impfung werde durch den Infekt nicht beeinträchtigt und es seien auch keine verstärkten Nebenwirkungen zu erwarten. Muss eine Impfung aus anderen Gründen dennoch verschoben werden, sollte der Aufschub so gering wie möglich sein, empfiehlt die Stiftung Kindergesundheit.

Bereits nach zwei bis drei Tagen sollte das Kind erneut der Kinderärztin oder dem Kinderarzt vorgestellt werden, damit sie/er die Impffähigkeit des Kindes aufs Neue beurteilen und das Kind termingerecht impfen kann. (eb)

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