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Kommentar

Impfstrategie breiter anlegen

Impflücken bestehen laut Barmer-Report bei vielen Infektionskrankheiten. Sich nur auf Masern einzuschießen ist deshalb zu wenig.

Thomas HommelVon Thomas Hommel Veröffentlicht:

Dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn möglichst alle Kinder vor einer Masernansteckung bewahren will, ist aller Ehren wert. Dass er Impfmuffel zu diesem Zweck mit einer Geldstrafe belangen möchte, auch darüber kann man nachdenken.

Reden allein hilft eben manchmal nicht weiter. Ein ungeimpftes Kind in die Kita oder auf die Schule zu schicken, ist unverantwortlich. Dennoch tun es Eltern. Und zwar öfter als bislang angenommen, wie der aktuelle Barmer-Report belegt.

Der Report zeigt aber auch: Lücken tun sich nicht nur beim Impfschutz gegen Masern auf. Dasselbe gilt für ein gutes Dutzend anderer Infektionskrankheiten auch. Es bräuchte demnach eine breiter angelegte Strategie, die sämtliche Impfquoten erhöht und nicht nur die bei Masern.

Impfkampagnen der Kassen sind hier hilfreich. Auch Ärzte können ihren Teil leisten. Aber es dabei zu belassen reicht nicht. Was ist mit den Schulen, wenn es etwa um die HPV-Impfung geht? Laut Report ist fast die Hälfte der bei der Barmer versicherten Mädchen ohne HPV-Schutz – obwohl eine Infektion mit den humanen Papillomaviren zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten zählt. Ließe sich über HPV-Schutz also nicht auch in der Biologiestunde aufklären?

Lesen Sie dazu auch: Barmer-Report: Größere Impflücken - nicht nur bei Masern

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